Donnerstag, 26. November 2009

Fundstück der Woche. 48. KW

"Recycling"
gefunden in der Gr. Rainstraße in Ottensen

Lieber wütend als traurig

Oder beides. Der beste Soundtrack für beschissene Tage: Brand New
(Das Video ist leider keins.)

Montag, 23. November 2009

Luxusschnickschnack

Braucht man einen ipod? Niemand braucht einen ipod. Das habe ich mir erfolgreich 2,5 Jahre eingeredet um die Beziehung zu meinem 2 GB MP3 Player nicht zu gefährden. Aber wie es nun mal so ist... "the grass is always greener on the other side". Wie schön wäre es doch spontan jedes Lied hören zu können, das man schon so lange nicht mehr gehört hat und auf das man gerade so viel Lust hat. Ohne erst die CD aus dem Regal zu suchen, durch das blöde Sony-Möchtegern-itunes zu tüdeln und auf den Player zu packen. Vorher musste natürlich überlegt werden, welches Album vom Player fliegt, um Platz für das neue zu haben. Eine Zumutung sondergleichen.
Vorbei vorbei! Seit zwei Wochen bin ich stolze Besitzerin eines ipod classic mit 160 - in Worten hundertsechzig!!!- GB. Der Himmel für jeden Musikliebhaber! Wie konnte ich so lange ohne dieses wunderbare Teil leben? Endlich kann ich jedes Lied zu jeder Zeit an jedem Ort hören, fast vergessene Alben wiederentdecken, die neuesten Anschaffungen rauf und runter hören, ohne auf andere Alben verzichten zu müssen. Einfach toll. :)
Der alte MP3 Player wurde zum Sport-MP3-Player degradiert, ich hoffe er nimmt es mir nicht allzu übel. Aber mal ehrlich, 2 GB. Darüber kann ich nur noch müde lächeln.
;-)

Sonntag, 22. November 2009

Fundstück der Woche. 47. KW

"Mau Mau in der Mittagspause?"
Gefunden neben einer Baustelle in der Hammerbrookstraße.

Montag, 16. November 2009

Kettcar + Streicher = LYBE

Am 10. November versammelten sich viele gutgekleidete Männlein und Weiblein vor den Fliegenden Bauten in St. Pauli um das letzte Konzert der Streicher-Tour von Kettcar zu sehen. Ganz vorne in der Schlange: wir natürlich.
Den Support übernahm John K. Samson, der Sänger der wunderbaren Weakerthans aus Winnipeg, Canada. Er spielte eine Mischung aus Weakerthans- und Solosongs, was großartig war. So reduziert auf Gitarre und Gesang achtet man noch viel mehr auf die Texte, die für mich wirklich was besonderes sind.

Für mich war es vierte Kettcar Konzert mit Streichern, aber genug kann ich davon einfach nicht bekommen. Kettcar begannen das Konzert mit "48 Stunden" und "Volle Distanz". Man merkte der Band von Anfang an an, dass dieses Konzert in ihrer Heimatstadt auch für sie etwas besonderes war. Marcus gestand sogar, sehr aufgeregt gewesen zu sein. Nicht nur das Publikum hatte sich schick gemacht, auch die Band trug Anzug und Krawatte. Wie schon beim Kampnagel Konzert hieß es, dass die (relativ) kurze Spielzeit schließlich durch geiles Aussehen kompensiert werden müsse. Wobei man sich beim Thema "geiles Aussehen" nicht ganz einig war. Thees Uhlmann kommentierte in Berlin, dass Marcus Wiebusch aussähe wie ein Securitymann bei C&A. ;-)
Ein absolutes Highlight des Konzertes war für mich "Landungsbrücken raus". Wie die Streicherarrangements manche Songs verändern...einfach nur wunderschön! "Balu" wurde nicht wie sonst als allerletztes Lied, sondern schon in der Mitte des Konzertes gespielt. Sehr ungewohnt, aber schön!
Mit "Fake for real" und "Hauptsache glauben" spielten sie zwei Lieder, die man länger nicht live gehört hatte. Über diese Songs freue ich mich immer am Meisten. Genauso wie über mein Lieblingslied "Im Taxi weinen", das als vorletztes Lied gespielt wurde.

Kettcar spielten nur etwas über eine Stunde, aber das war schon in Ordnung so. Das Konzert
war einfach wunderschön und etwas Besonderes.

Nach dem Konzert verkaufte mir John K. Samson seine EP höchstpersönlich und signierte sie mir auch noch. So ein sympatischer Kerl! Meinetwegen dürfte er Kettcar immer begleiten. :)

Freitag, 6. November 2009

Fundstück der Woche. 45. KW


"Na, wie fühlen wir uns denn heute?"
Gefunden am 03. und 04.11 in der Hammerbrookstraße

Sonntag, 1. November 2009

Nina hat im Oktober gelesen...

Jetzt wird's ausnahmsweise mal politisch! Im Oktober habe ich nämlich endlich mal die drei Sachbücher gelesen, die schon seit meiner Ausbildungszeit in meinem SUB verstauben. Dazu muss ich sagen, dass ich längst nicht so links bin, wie man anhand der Bücher meinen könnte. ;-)

1. Mario Krebs - Ulrike Meinhof
(Rowohlt Taschenbuch, 286 Seiten)

Sie war die meistgesuchte Frau der Bundesrepublik - für die einen überzeugte, wenn auch gescheiterte Moralistin, für die anderen kaltblütige Terroristin. Mario Krebs hat den politischen Lebensweg von Ulrike Meinhof anhand der Zeugnisse, der Erzählungen von Freunden und Angehörigen und anhand ihrer eigenen Texte rekonstruiert: vom christlichen Elternhaus über das Studium, die Jahre bei der Zeitschrift "konkret", bis zum Marsch in den Untergrund und dem Tod in Stammheim.

Mir hat die Biographie gut gefallen. Der Untertitel "Ein Leben im Widerspruch" beschreibt Ulrike Meinhof sehr treffend, gibt es doch diverse Widersprüche in ihrem Denken und Handeln, die der Autor gut verständlich beschreibt. Note 2

2. Stephan Lahrem - Che Guevara
(Suhrkamp Basisbiograhpie Band 6, 156 Seiten)

"Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche!" Abenteurer, Asthmatiker, Arzt, Guerillero, Minister, Revolutionär - Ernesto Che Guevara war schon zu Lebenzeiten eine Legende. Durch seinen frühen Tod im bolivianischen Dschungel 1967 etablierte sich der "Mythos Che" endgültig: Che Guevara wurde zur Ikone einer ganzen Protestgeneration, und bis heute ist seine Faszination ungebrochen.
Die Bibographie ist in die drei Teile Leben, Werk und Wirkung unterteilt. Den ersten Teil fand ich sehr interessant, "Werk" und "Wirkung" habe ich aber nur quer gelesen. Das war mir zu trocken. Note: 3


3. Charlotte Link - Das Echo der Schuld (Blanvalet, 541 Seiten)

Als Virginia Quentin im Radio von dem Schiffsunglück vor der Hebrideninsel Skye hört, ahnt sie gleich, dass sie die Schiffbrüchigen kennt. Es handelt sich nämlich um ein deutsches Ehepaar, und Virginias deutsche Haushaltshilfe Livia war genau an diesem Tag mit ihrem Mann Nathan in See gestochen. Aus Mitgefühl für das nun gänzlich mittellose Paar bietet sie ihnen Unterkunft in ihrem Ferienhaus an. Doch Virginias Mann Frederic ist ganz und gar nicht erfreut über die Anwesenheit der Fremden. Seine instinktive Abneigung gegen Nathan, den attraktiven Mann Livias, lässt sich kaum übersehen. Ganz anders als Virginia, die sich vom ersten Augenblick an zu dem intellektuellen Abenteurer hingezogen fühlt. Da die Familie Quentin am nächsten Tag auf ihr Anwesen bei London heimkehrt, scheint das Ganze ein ärgerliches Intermezzo zu bleiben. Doch schon kurze Zeit später steht Nathan auch dort vor der Tür.Inzwischen treibt ein pädophiler Serienmörder sein Unwesen in der Gegend. Nachdem bereits zwei kleine Mädchen ermordet aufgefunden wurden, bangen viele Eltern um ihre Kinder, so auch Virginia und Frederic, deren Tochter Kim gerade sieben Jahre alt geworden ist. Als Kim eines Tages nach der Schule tatsächlich verschwindet, beginnt ein nervenaufreibender Wettlauf mit der Zeit. Ein schrecklicher Verdacht keimt in Virginia auf, schließlich versucht sie, auf eigene Faust zu recherchieren.

Sicher kein Buch, das mir lange im Gedächtnis bleiben wird, aber genau das Richtige für ein verregnetes Wochenende. Note: 2-3


4. Stefan Aust - Der Baader-Meinhof-Komplex (Hoffmann und Campe, 659 Seiten)

Das Buch hat wie kein anderes das heutige Bild vom Krieg der "Rote Armee Fraktion" gegen den Staat geprägt und tut dies weiterhin, indem es immer wieder frisch gewonnene Erkenntnisse präsentiert. Es ist keine Anklageschrift und kein Plädoyer eines Verteidigers. Es ist auch kein Urteil, weder in juristischer noch in moralischer Hinsicht. Es ist ein Protokoll, eine Chronik der Ereignisse, die ihren Höhepunkt im Deutschen Herbst hatten, in der Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer und der Entführung und Befreiung der Passagiere und der Crew der Lufthansa-Maschine "Landshut".
Ich ärgere mich sehr über mich selbst, denn während dieses Buch seit 2005 ungelesen in meinem Regal verstaubte, ist 2008 eine aktuellere Ausgabe erschienen. Die neue Ausgabe mit neuen Beweisen dafür, dass die Gefangenen in ihren Zellen in Stammheim abgehört wurden, hätte mich doch sehr interessiert. Naja, vielleicht werde ich mir die neue Ausgabe irgendwann mal zu legen, ist dieses Buch doch so dermaßen interessant und bemerkenswert neutral geschrieben, dass ich es jedem empfehlen würde, der in den 70ern noch nicht geboren oder zu jung war. Note: 1


5. Gwendoline Riley - Krankmeldungen (Schöffling & Co., 203 Seiten)

Winter in Manchester, Schneematsch auf den Straßen. Esther kommt nach einer Reise aus New York zurück in ihre Heimatstadt und zieht bei ihrer besten Freundin Donna ein. Alles, was sie besitzt, befindet sich in ein paar Pappkartons. Esther schreibt, sie liest, sie trinkt, lässt sich treiben und versucht erfolgreich, das Leben zu vermeiden. Meistens möchte sie nur ihre Ruhe haben: vor der Arbeit, vor der Liebe, vor dem Erwachsensein. Sie macht es anderen nicht leicht, an sie heranzukommen, doch dann begegnet sie Newton, einem jungen Musiker aus Kanada.
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, obwohl es irgendwie deprimierend ist. Esther trinkt zu viel, isst zu wenig, ständig regnet es und alles ist grau. So wie die Hauptperson niemanden (außer Donna) an sich heran lässt, lässt auch die Autorin den Leser nicht so richtig an Esther ran. Sie ist auf ihre Art sympatisch, aber auch merkwürdig und ein wenig bemitleidenswert. Note: 2


Recht auf Stadt

Unter dem Motto "Recht auf Stadt" fand am 30.10. im Übel & Gefährlich eine Benefizgala statt. Meine Gründe dorthin zu gehen waren (neben der Unterstützung für das Projekt) Auftritte von Gisbert zu Knyphausen und Marcus und Erik von Kettcar.

Gisbert zu Knyphausen eröffnete die Veranstaltung. Er spielte während seines halbstündigen Auftritts "Sommertag", "Neues Jahr" und "Erwischt" von seinem Debütalbum und einige neue songs. Ich hoffe, dass sein neues Album im Frühjahr erscheinen wird. Einige songs hört man ja schon sehr lange live und sie gefallen mir so gut, dass ich sie endlich auch auf CD haben möchte. Gisberts Auftritt wurde leider von einem extrem hohen Geräuschpegel und viel Gesabbel gestört. Mir ist schon klar, dass nicht alle Leute alle Bands gut finden und hören möchten, aber dann sollen die sich weiter nach hinten oder an den Rand stellen. Wenn sich Leute in der 2. Reihe so lautstark über irgendeinen Kram aus ihrem Alltag unterhalten, dass man den Sänger kaum verstehen kann, nervt mich das schon sehr. In der ersten Reihe hampelten drei Mädels rum, die schon beim Dockville unangenehm aufgefallen waren und entweder sehr betrunken oder auf anderen Drogen unterwegs waren. Und hinter uns pöbelten die drei betrunkenen Idioten von 1000 Robota. Moooment! Drei boys und drei girls?! Wir waren kurz versucht Inka Bause zu spielen und zusammenzuführen, was zusammen gehört. Aber nee, egal.

Nach Gisbert spielten "Phantogram" aus New York. Die Musik gefiel live, zuhause würde ich mir das aber nicht geben.

Danach bekamen Marcus und Erik ihre halbe Stunde. Sie spielten "48 Stunden", "Graceland", "Deiche", "Balkon gegenüber", "Am Tisch" (komplett von Marcus gesungen, ungewohnt, aber schön!) und, zu unserer großen Freude, die B-Seite "Hauptsache Glauben". Lange nicht gehört, schönes Ding!!

Da ich tierisch müde war, bin ich nach Marcus und Eric's Auftritt nach Hause gegangen...

Infos zu Recht auf Stadt: http://centrosociale.breitaufgestellt.de/gentrifizierung/rechtaufstadt