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Freitag, 6. August 2010

Dein Herz sei wild.

Jahrelang gehörten Tomte zu meinen allerliebsten Lieblingsbands, ohne die ich mir ein Leben nicht vorstellen kann. Als vor einigen Monaten der Termin für so ziemlich das einzige Tomte Konzert in 2010 bekannt gegeben wurde, fiel mir etwas auf: Ich hatte schon EWIG kein Tomte Album mehr gehört und irgendwie schien es mir auch nicht zu fehlen. Haben wir uns etwa auseinander gelebt, die Band um Thees Uhlmann und ich? Um das zu überprüfen, musste ich mir natürlich eine Karte für das Konzert im Übel & Gefährlich holen.
Als ich gegen 19:30 am Bunker ankam, fiel mir sofort etwas auf, das ich in der Tomtelosen Zeit total verdängt hatte: Tomte Fans sind so unfassbar jung geworden! Ich fühle mich ALT!
Den Support übernahm Billy the Kid, Leadsänger der Band Young Rebel Set. Die Songs, nur begleitet auf der Akustikgitarre, gefielen mir sehr gut. Das heutige Konzert auf dem Dachgarten des Ü&G ist leider mittlerweile ausverkauft, vielleicht wäre ich sonst hingegangen.
Während des Umbaus wunderten wir uns schon, dass nirgendwo ein Keyboard zu sehen war. Ist Simon etwa nicht mehr dabei? Als Tomte gegen 22:00 Uhr die Bühne betraten, begrüßte Thees das Publikum mit den Worten: "Hamburg! So lange ist das doch auch nicht her! Ich habe keine verdammte Ahnung wo Simon Frontzek ist!" Hm, man darf gespannt sein. Tomte begannen das Konzert passenderweise mit "Wie sieht's aus in Hamburg?". Danach folgten das geliebte "Schreit den Namen meiner Mutter", "So soll es sein" und "Endlich einmal". Thees erzählte relativ wenig, was manche Leute zu stören schien, mir soll es recht sein. Ohne Simon und das Keyboard klangen die Songs wieder wie früher, was ich eigentlich ziemlich gut fand. Neue Lieder wurden keine gespielt, die meisten Songs kamen vom letzten Album "Heureka". Mein Lieblingsalbum ist es nicht. Wie zu erwarten, feierten die Kiddies aber gerade die neuesten Lieder am meisten ab. Nun ja, sollen sie.
Mit "Wilhelm, das war nichts" und "Korn & Sprite" gab es noch zwei alte Klassiker und dann verließen Tomte die Bühne auch schon.
Als Zugaben spielte Thees solo auf der Akustikgitarre "New York" und "Das hier ist Fußball". Der wirklich letzte Song war dann "Die Schönheit der Chance". Dieses großartige Lied ist einfach der perfekte Abschluss für ein Tomte Konzert, vor allem wenn das Publikum die Zeilen "Die Schönheit der Chance, dass wir unser Leben lieben so spät es auch ist. Das ist nicht die Sonne, die untergeht, sondern die Erde, die sich dreht." noch so lange im
Chor singt. Hach!
Ich habe Tomte schon wirklich oft live gesehen und war irgendwann auch ein bißchen Tomtesatt, das Konzert gestern hat mir aber wieder richtig gut gefallen, vor allem die Zugaben. Sie hätten gerne weniger Lieder von "Heureka" und dafür mehr von "Hinter all diesen Fenstern" spielen können, aber das Leben ist ja nun mal kein Wunschkonzert.
Und, wie steht es jetzt um meine Tomte Liebe? Sie ist nicht mehr so groß wie früher, aber auf jeden Fall noch ausreichend vorhanden. Gut zu wissen!

http://www.myspace.com/tomte
http://www.myspace.com/youngrebelset
http://www.myspace.com/uebelundgefaehrlich

Montag, 14. Dezember 2009

Alles war schön und nichts tat weh.

Nun ist es mir also auch mal passiert. Eine Band, die ich sehr gerne mag, löst sich auf und geht auf Abschiedstournee. Die traurige Nachricht ereilte mich im Urlaub in Mailand. Was, Muff Potter trennen sich? Neeeiinn!
Meine erste Begegnung mit Muff Potter hatte ich 2004 auf dem ersten und einzigen Campus Open Air in Oldenburg. Die Texte waren nicht besonders gut verständlich und die Band blieb mir nicht großartig in Erinnerung. Das änderte sich ein Jahr später mit dem fantastischen Album "Von wegen", das ich damals rauf und runter hörte. Für den Nachfolger "Steady Fremdkörper" habe ich mich aus unerfindlichen Gründen nicht interessiert und mich erst mit dem Album beschäftigt, als Muff Potter letztes Jahr im Dezember als Vorband von Kettcar in der Großen Freiheit spielten. Verdammt, wie hatte ich diese Band wieder vergessen können?
Tja, und nun ist es vorbei. Ihr 621. und vorletztes Konzert spielten die Münsteraner am 12.12. in der Hamburger Markthalle. Als Support: Clickclickdecker. Obwohl die Band 2009 ein neues Album rausgebracht hat, habe ich sie dieses Jahr kein einziges Mal live gesehen. Auf das Konzert im Zeise Kino im Januar hatte ich erst keine Lust (?!) und später keine Karte. Der Termin im Molotow fiel dann auf den gleichen Tag wie Niels Freverts Streicher-Konzert. Nun aber, wenn auch nur als Vorband. Clickclickdecker spielten 45 Minuten lang Songs aus allen drei Alben (Warum kann ich die Texte vom ersten Album eigentlich nicht auswendig?) und bewiesen wieder einmal was für eine fantastische Live Band sie sind. Das kommt sicher auch dem aktuellen Album "Den Umständen entsprechend" zugute, das auf jeden Fall einige Plätze in meinen Jahres-Top-10 gutgemacht hat. Schön war das, sehr schön!
Gegen 22 Uhr betraten Muff Potter die Bühne in der so ziemlich ausverkauften Markthalle und man merkte von Anfang an, dass dies Konzert etwas Besonderes sein würde. Nagel war recht melancholisch und steckte das Publikum damit an (also mich zumindest). Gespielt wurden Songs
aus der ganzen langen Bandgeschichte, wobei ich ja zugeben muss, dass ich die alten Sachen nicht kenne. Ja, bei Muff Potter bin ich ein Fan von der Art, wie ich ihn sonst gerne verachte: Kennt nur die letzten Alben und mag diese sehr gerne, während die "richtigen" Fans diese eher enttäuschend fanden und sich an den alten Liedern festhalten. Wahrscheinlich bin ich einfach zu wenig Punk. :)
Muff Potter spielten insgesamt über 2 Stunden und bescherten mir so das längste Konzert des Jahres. Sehr sehr emotional war es. "Da ist irgendwie zuviel Wasser in meinen Augen". Macht's gut, Jungs.

http://www.myspace.com/muffpotter
http://www.myspace.com/clickclickdecker

Dienstag, 8. Dezember 2009

Moneybrotherrrrrrrrr

Auf dem Tourplan von Schwedens schönstem Export stand am 06.12.: Hamburg. In meinem Terminplaner stand an diesem Tag: Moneybrother anschmachten. Läuft.
Als ich gegen 20 Uhr den Grünspan betrat, war noch ein feiner Platz in der 1. Reihe für mich frei. Sehr schön.
Als Support versuchte der New Yorker Franz Nicolay die Herzen des Publikums zu erobern. Der Mann mit dem lustigen Bärtchen begleitete seine Songs auf Gitarre, Akkordeon und Banjo und konnte mit einer tollen Stimme beeindrucken. Zwischen seinen Liedern erzähle er viel und unterhaltsam. Auf CD muss ich ihn mir nicht unbedingt anhören, live war er aber wirklich sehenswert.
Gegen 21:20 betrat der schönste Mann mit den hässlichsten Tattoos die Bühne und begann das Konzert mit "Born under a bad sign", der ersten
Single des neuen Albums "Real Control". Und sofort Verwirrung: Die Band ist mittlerweile auf 7 Personen angewachsen, allerdings sind nur 3 bekannte Gesichter darunter. Wo ist Gustav, der tolle Mann am Saxophon? Und wer ist dieser schmierige Typ mit der Posaune? Der soll weg! Na gut, hilft ja alles nichts.
Als nächstes gibt es mit "Stormy Weather" und "Down at the R" zwei von mir sehr gemochte Songs zu hören. Die Setlist ist bunt gemischt aus allen Alben. Zum Glück, denn die neue CD ist leider recht langweilig geraten.
"We have a tradition in Sweden. It's called Christmas" kündigt Moneybrother an und spielt dann sein Weihnachtslied "Falling in love (with Christmas Time)" unterstützt von Franz Nicolay. Das Publikum erfährt, dass der Geldbruder sich einen großen Traum erfüllen konnte und in den USA getourt hat, als Vorband von Franz Nicolay. Dafür supportet dieser nun Moneybrother auf deren Europatour. Eine Win-Win-Situation quasi, feine Sache!
Nach ca. 80 Minuten verabschiedet sich die Band von der Bühne, lässt das Publikum aber natürlich nicht ohne Zugabe nach Hause gehen. Nun gibt es endlich "Reconsider me" und das wunderbare "It's been hurting all the way with you Joanna" zu hören, das vom Publikum inbrünstig mitgesungen wird. Gegen 23:10 ist das Konzert endgültig zu Ende, ich schnappe mir noch eine Setlist und alle sind glücklich. Ich auch, aber: Mein sechstes Moneybrother Konzert war wieder super, denn live ist er einfach unfassbar gut. Allerdings war ich hinterher nicht so sehr begeistert wie sonst. Ob es an der geänderten Besetzung oder den Songs lag, ich weiß es nicht. Natürlich bleibe ich dem Moneybrother aber weiterhin treu und werde ihn mir live immer wieder anschauen.

http://www.myspace.com/moneybrother

http://www.myspace.com/franznicolay

Dienstag, 1. Dezember 2009

Port O'Brien im Molotow

Konzerte an einem Montagabend sind ja immer so eine Sache. Eigentlich ist man ja froh, wenn man den ersten Tag der Woche arbeitstechnisch hinter sich gebracht hat. Nachdem man erstmal Zuhause auf seinem Sofa gesessen hat, sich noch einmal aufzuraffen und auf ein Konzert zu gehen...schwierig! Gestern habe ich meinen Arsch zum Glück hochgekriegt und wurde mit einem wunderbaren Konzert belohnt.
Als Vorband spielten "First Aid Kid", zwei blutjunge und sehr bezauberne Schwestern aus Schweden. Beim ersten Song wusste ich noch nicht so recht, was ich von den spärlich instrumentierten Liedern und den Stimmen halten sollte. Die Beiden waren aber wirklich sehr sympatisch (Und so unfassbar jung, sagte ich das schon?) und konnten das Publikum schnell begeistern. Ihren letzten Song - Das Fleet Foxes Cover "Tiger Mountain Peasant Song" - spielten sie mitten im Publikum, woraufhin sehr hartnäckig eine Zugabe gefordert wurde. Sehr ungewöhnlich für eine Vorband und die Mädels wussten auch gar nicht so richtig, was sie machen sollten: "Vorband spielen keine Zugaben, das gehört sich einfach nicht. Das wisst ihr doch!" Sehr süß. :)
Als Port O'Brien die Bühne betraten, wunderte ich mich erstmal. Ich hatte die Band noch nie live gesehen, wusste aber, dass sie auch eine Frau in der Band haben. Diese war - aus welchen Gründen auch immer - nicht dabei. Port O'Brien spielten viele Songs vom neuen Album "Threadbare", zum Glück aber auch einige vom Vorgängeralbum "All we could do was sing", einem meiner Lieblingsalben des letzten Jahres. Die Band freute sich über das tolle Publikum, das wirklich sehr angenehm war, und darüber, dass so viele Leute an einem Montagabend gekommen waren. Ich bin also wohl nicht die Einzige, die den Tag nicht für den perfekten Konzerttag hält.
Wobei die Woche mit so einem wunderbaren Konzert gut begonnen hat, es hätte schlechter kommen können! Ich hätte mit "Bauer sucht Frau" vor dem Fernseher enden können. Wobei, nein, das ist unrealistisch.

http://www.myspace.com/portobrien
http://www.myspace.com/thisisfirstaidkit
http://www.myspace.com/molotowclub

Montag, 16. November 2009

Kettcar + Streicher = LYBE

Am 10. November versammelten sich viele gutgekleidete Männlein und Weiblein vor den Fliegenden Bauten in St. Pauli um das letzte Konzert der Streicher-Tour von Kettcar zu sehen. Ganz vorne in der Schlange: wir natürlich.
Den Support übernahm John K. Samson, der Sänger der wunderbaren Weakerthans aus Winnipeg, Canada. Er spielte eine Mischung aus Weakerthans- und Solosongs, was großartig war. So reduziert auf Gitarre und Gesang achtet man noch viel mehr auf die Texte, die für mich wirklich was besonderes sind.

Für mich war es vierte Kettcar Konzert mit Streichern, aber genug kann ich davon einfach nicht bekommen. Kettcar begannen das Konzert mit "48 Stunden" und "Volle Distanz". Man merkte der Band von Anfang an an, dass dieses Konzert in ihrer Heimatstadt auch für sie etwas besonderes war. Marcus gestand sogar, sehr aufgeregt gewesen zu sein. Nicht nur das Publikum hatte sich schick gemacht, auch die Band trug Anzug und Krawatte. Wie schon beim Kampnagel Konzert hieß es, dass die (relativ) kurze Spielzeit schließlich durch geiles Aussehen kompensiert werden müsse. Wobei man sich beim Thema "geiles Aussehen" nicht ganz einig war. Thees Uhlmann kommentierte in Berlin, dass Marcus Wiebusch aussähe wie ein Securitymann bei C&A. ;-)
Ein absolutes Highlight des Konzertes war für mich "Landungsbrücken raus". Wie die Streicherarrangements manche Songs verändern...einfach nur wunderschön! "Balu" wurde nicht wie sonst als allerletztes Lied, sondern schon in der Mitte des Konzertes gespielt. Sehr ungewohnt, aber schön!
Mit "Fake for real" und "Hauptsache glauben" spielten sie zwei Lieder, die man länger nicht live gehört hatte. Über diese Songs freue ich mich immer am Meisten. Genauso wie über mein Lieblingslied "Im Taxi weinen", das als vorletztes Lied gespielt wurde.

Kettcar spielten nur etwas über eine Stunde, aber das war schon in Ordnung so. Das Konzert
war einfach wunderschön und etwas Besonderes.

Nach dem Konzert verkaufte mir John K. Samson seine EP höchstpersönlich und signierte sie mir auch noch. So ein sympatischer Kerl! Meinetwegen dürfte er Kettcar immer begleiten. :)

Sonntag, 1. November 2009

Recht auf Stadt

Unter dem Motto "Recht auf Stadt" fand am 30.10. im Übel & Gefährlich eine Benefizgala statt. Meine Gründe dorthin zu gehen waren (neben der Unterstützung für das Projekt) Auftritte von Gisbert zu Knyphausen und Marcus und Erik von Kettcar.

Gisbert zu Knyphausen eröffnete die Veranstaltung. Er spielte während seines halbstündigen Auftritts "Sommertag", "Neues Jahr" und "Erwischt" von seinem Debütalbum und einige neue songs. Ich hoffe, dass sein neues Album im Frühjahr erscheinen wird. Einige songs hört man ja schon sehr lange live und sie gefallen mir so gut, dass ich sie endlich auch auf CD haben möchte. Gisberts Auftritt wurde leider von einem extrem hohen Geräuschpegel und viel Gesabbel gestört. Mir ist schon klar, dass nicht alle Leute alle Bands gut finden und hören möchten, aber dann sollen die sich weiter nach hinten oder an den Rand stellen. Wenn sich Leute in der 2. Reihe so lautstark über irgendeinen Kram aus ihrem Alltag unterhalten, dass man den Sänger kaum verstehen kann, nervt mich das schon sehr. In der ersten Reihe hampelten drei Mädels rum, die schon beim Dockville unangenehm aufgefallen waren und entweder sehr betrunken oder auf anderen Drogen unterwegs waren. Und hinter uns pöbelten die drei betrunkenen Idioten von 1000 Robota. Moooment! Drei boys und drei girls?! Wir waren kurz versucht Inka Bause zu spielen und zusammenzuführen, was zusammen gehört. Aber nee, egal.

Nach Gisbert spielten "Phantogram" aus New York. Die Musik gefiel live, zuhause würde ich mir das aber nicht geben.

Danach bekamen Marcus und Erik ihre halbe Stunde. Sie spielten "48 Stunden", "Graceland", "Deiche", "Balkon gegenüber", "Am Tisch" (komplett von Marcus gesungen, ungewohnt, aber schön!) und, zu unserer großen Freude, die B-Seite "Hauptsache Glauben". Lange nicht gehört, schönes Ding!!

Da ich tierisch müde war, bin ich nach Marcus und Eric's Auftritt nach Hause gegangen...

Infos zu Recht auf Stadt: http://centrosociale.breitaufgestellt.de/gentrifizierung/rechtaufstadt




Montag, 28. September 2009

Reeperbahnfestival 2009

Zum vierten Mal fand das Reeperbahnfestival statt und zum dritten Mal war ich dabei. Los ging es für mich am Freitag in der "O2 World on Tour" auf dem Heiligengeistfeld. Ich wusste schon, warum ich diesem Veranstaltungsort skeptisch gegenüberstand. Direkt nach dem Einlass ging's los: "Hallo, zeigst du uns mal dein Handy?" "Nein?!?". Die nächsten wollten mir ein Schlüsselband in die Hand drücken und redeten was von "einen Mazda gewinnen". "Hallo, willst du ein Foto machen? Das kommt dann auf einen Button!" Nein, will ich NICHT!! Ich will hier nur Konzerte sehen, lasst mich in Ruhe!!!
Die erste Band waren Broken Records aus Schottland. Ich kannte deren Musik vorher nicht, wusste nur, dass sie auf dem Haldern begeistern konnten. Schon beim ersten Song war aber klar: Das ist keine Sitzband. Zum Glück rief die Band nach dem zweiten Lied dazu auf, aufzustehen und nach vorne zu kommen. Der Messehallencharme der O2 World wurde vom Sänger übrigens so kommentiert: "Ich fühle mich, als müsste ich gleine eine Power Point Präsentation halten". Broken Records gefielen mir sehr gut, bei der nächsten Gelegenheit muss ich mal in das Album reinhören.
Danach kam der Grund, warum ich mir die O2 World überhaupt angetan hatte: Niels Frevert. Der Gute spielte (wie schon beim Konzert im St. Pauli Theater im Frühjahr) mit Streichern. Und wieder war es unglaublich toll. Gerade die Lieder von "Du kannst mich an der Ecke rauslassen" klingen mit Streicherbegleitung so wunderschön. Die Setlist war meiner Meinung nach die gleiche wie im St. Pauli Theater. Nur das Udo Lindenberg Cover "Ein Herz kann man nicht reparieren" spielt er nicht, das war auch auf der Setlist durchgestrichen. Schade. Niels sprach relativ wenig mit dem Publikum, freute sich aber, dass so viele da waren und fand die O2 World auch doof: "Hoffentlich ist das Bier nicht so teuer". Nee, die Preise gingen eigentlich.

Nach dem Konzert machte ich mich schnell auf Richtung Docks - Verzeihung - D-Club, da ich unbedingt Emiliana Torrini sehen wollte. Dort angekommen, bekam ich noch die letzten Lieder von Maplewood mit. Das war nun aber überhaupt nicht meins. Astreine Ü-50-Mucke mit gegniedelten Gitarrensoli und einem dicklichen Bassisten mit fisseligem Schamhaarbart. Igitt. Und vor allem auch unglaublich langweilig.
Zu Emiliana Torrini wurde es - wie befürchtet - richtig voll. Die unglaublich sympatische Isländerin überraschte erstmal den Großteil der Besucher mit ihren Deutschkenntnissen. Emiliana Torrini spielte viele songs von "Me and Armini", aber auch "Sunnyroad", "Today has been okay" und "Nothing brings me down" vom zweiten Album "Fisherman's Woman". Nachdem sie beim letztjährigen Konzert kein Song vom ersten Album "Love in the time of science" spielte, machte sie mir dieses Mal mit "To be free" und "Tuna fish" eine riesengroße Freude.
Wie befürchtet waren die meisten nur wegen "Jungle Drum" da. Als die ersten Töne erklangen, ging ein Ruck durch die -teilweise etwas gelangweilt wirkende- Menge und es wurde gesungen und getanzt. Zum Glück waren aber doch einige Leute im Publikum, die auch ihre älteren songs kannten und zu würdigen wussten. Insgesamt war das Publikum nicht ganz so schlimm wie befürchtet, das Konzert im Stage Club im letzten Jahr hat mir aber trotzdem noch besser gefallen.

Am Samstag "musste" ich schon wieder in die O2 World um dort Hello Saferide und Jose Gonzales zu schauen. Zwei Bands, bzw. Sänger, die ich noch nie live gesehen habe!
Hello Saferide begannen ihr Konzert mit "Lund" und "2008" vom aktuellen Album "More Modern Short Stories from Hello Saferide". Sie spielten fast alle songs des Albums, was mir zu Gute kam. Besitze ich doch nur dieses Album und kenne die älteren Lieder nicht. Das Konzert hat mir wirklich sehr gut gefallen. Vor allem die Ansagen, die bewirkt haben, dass ich sehr viel mehr auf den Songtext geachtet habe, als ich es normalerweise tue. Was für großartige Lieder diese Band hat! Unter anderem das traurigschöne "Anna", das sie zum Glück auch spielten. Irritierend fand ich nur die Gestik von Sängerin Annika Norlin. Während den songs, die sie nicht auf Gitarre begleitete, hampelte sie schon sehr merkwürdig rum. Auch vor ihrem teilweise etwas irren Blick hatte ich ein bißchen Angst. Ich würde diese Angst aber jederzeit überwinden und mir diese wunderbare Band noch einmal anschauen.

Als nächstes freute ich mich auf Jose Gonzales, den alten Schweden. Die O2 World war gerappelt voll, als er ganz alleine die Bühne betrat und sich mit seiner Gitarre in das blaue Scheinwerferlicht setzte. Jose Gonzales ist einer der Sänger, bei denen ich mir die Songtitel einfach nicht merken kann. Welche Lieder er genau gespielt hat, kann ich also nicht sagen. Auf jeden Fall waren das wunderschöne "Heartbeats" und das Massive Attack Cover "Teardrop" dabei. Haaach!! Leider bekam der Gute ausgerechnet bei Heartbeats einen kleinen Hustenanfall, aber das konnte dieses großrtige Lied auch nicht verderben. Schön, einfach nur schön! Zum Glück lauschte das Publikum andächtig und niemand störte mit Gesabbel.

Nach dem Konzert machte ich mich gleich auf zum Docks, die ewig lange Schlange vor dem Club lies aber leider alle meine Hoffnungen sterben, die Editors sehen zu können. Na gut, es gab ja genug gutes Alternativprogramm. Also auf in Richtung Große Freiheit! Dort angekommen, sah ich zusammen mit Steffi und Henning, die ich unterwegs getroffen hatte, noch die letzten Lieder von Tele.
Um 00:15 betraten Kante die Bühne und begannen ihr Konzert mit "Die Tiere sind unruhig" und "Ich hab's gesehen". Meine beiden Lieblingslieder vom letzten Album! Aus unerklärlichen Gründen, habe ich eben dieses (und auch die anderen Alben) schon ewig lange nicht mehr gehört. Schande! Wie konnte ich so vergessen, was Kante für eine großartige Band ist?! "Die mächtige Kante" wie Thees Uhlmann so schön sagt.
Kante erzählen zwischendurch, dass sie zurzeit in Dresden das Theaterstück "Wilhelm Meisters Lehrjahre" musikalisch begleiten. Das klingt spannend, allerdings werde ich in der nächsten Zeit wohl nicht nach Dresden kommen, um mir das anzuschauen.
Leider war ich von dem Wochenende und den ganzen Konzerten so unfassbar müde und kaputt, dass ich Kante nicht bis zum Ende geschaut habe. Mein Bett rief einfach zu laut nach mir.

Fazit: Das Reeperbahnfestival war wirklich super. Ich habe tolle Bands gesehen, dabei liebe Leute getroffen und es hat fast alles so geklappt, wie ich mir das vorher überlegt hatte. Dass ich Editors nicht sehen konnte und die O2 World so doof war, war zu verkraften.
Im nächsten Jahr bin ich wieder dabei.

Dienstag, 15. September 2009

Anna Ternheim in der Fabrik

Da ich Anna Ternheims Konzert im Frühjahr leider verpasst hatte, freute ich mich um so mehr über die Ankündigung, dass sie mit ihrer "Acoustic Trio Tour" wieder Halt in Hamburg macht.
Als ich um 20:30 die Fabrik betrat, musste ich feststellen, dass der größte Teil des Innenraums bestuhlt und eben diese Stühle schon besetzt waren. Da ich mir das Konzert nicht von weiter hinten anschauen wollte, ging ich nach oben und suchte mir da einen guten Stehplatz.

Pünktlich um 21 Uhr betrat Anna Ternheim die Bühne in schwarzen Männerstiefeln, schwarzer, glänzender Leggins und einem kurzen schwarzen Kleid. Das Kleid konnte man allerdings nur erahnen, denn darüber trug sie ein großes Männersakko. Farbe? Schwarz, natürlich.
Zwei Musiker hatte die Schwedin im Gepäck. Einen Kontrabassisten und einen zweiten Gitarristen, der zwischendurch auch Trompete und Xylophon spielte.
Gespielt wurden hauptsächlich songs vom aktuellen Album "Leaving on a Mayday", bei denen Anna zwischen Gitarre und Flügel hin und her wechselte.
Zu meiner Freude spielte sie "To be gone" und "Better be" ganz ohne Begleitung, nur auf der Akustikgitarre. Ich hätte mich gefreut, wenn sie noch mehr songs vom ersten Album gespielt hätte, aber das neue Album ist eigentlich auch toll.
Als Zugabe gab es -auf Publikumzuruf- "Shoreline" und "I'll follow you tonight", eines meiner Lieblingslieder.
Nach etwa 100 Minuten war das Konzert zu Ende. Die songs mal in anderem Gewand zu hören war wirklich toll, da so Anna Ternheim schöne, klare Stimme wundervoll in den Vordergrund gestellt wurde.

Am Samstag bin ich schon wieder in der Fabrik, aber dieses Mal nicht für ein Konzert, sondern auf dem Flohmarkt. ;-)

Sonntag, 13. September 2009

Kettcar beim 3sat Festival in Mainz

Als Ende Juni bekannt gegeben wurde, dass Kettcar beim 3sat Festival spielen würden, war klar: Da muss ich hin!
Steffi und Henning sind ja Profis, wenn es darum geht einer Band durch die halbe Republik hinterherzureisen, und so wurde ein Plan ausgefuchst, der die günstigste Hin- und Rückreise garantieren sollte. Dieser Plan beinhaltete drei verschiedene Fortbewegungsmittel, wovon eins sehr böse klimaschädlich ist. Aber lest selbst:
Los ging es Samstag Morgen am Hamburger ZOB. Nach einer Stunde Busfahrt kamen wir am Lübecker Flughafen an. Unser Flug hatte leider Verspätung, aber da wir genug Zeit hatten, machte es nichts, dass wir erst gegen 13:15 in Frankfurt-Hahn landeten. Der Bus nach Mainz haben wir um wenige Minuten verpasst, die Stunde Wartezeit auf den nächsten verbrachten wir aber sinnvoll mit Pommes essen. Pommes gehen immer. In Mainz schien die Sonne und da wir immer noch ziemlich früh dran waren, schauten wir uns den Mainzer Dom an. Kultur!
Gegen 17:30 setzen wir uns in den Bus zum ZDF Gelände, der auf halber Strecke mit Mainzer Fußballfans aufgefüllt wurde. Das Zelt, in dem das Konzert stattfinden sollte, war auf dem riesigen Gelände zum Glück schnell zu finden. Die Größe des Zeltes lies schon erahnen, dass das Konzert in kleinerem Rahmen stattfinden würde, was wir natürlich gut fanden.
Der Einlass verzögerte sich -warum auch immer- aber so gegen 20 Uhr durften wir das Zelt betreten und die Stammplätze in der 1. Reihe sichern. Da das Konzert für das Fernsehen aufgenommen wurde, standen eine ganze Menge Kameras rum. Aufregend!
Kettcar begannen das Konzert mit "Deiche" und "Kein Außen mehr". Als "Landungsbrücken raus" als vierter song angekündigt wurde, rief jemand aus dem Publikum "Zu früh!". Der Meinung bin ich eigentlich auch, aber man hat sich daran gewöhnt, dass Kettcar den song immer relativ früh spielen. Die Setlist ähnelte dem vom Dockville und so durfte ich wieder mein geliebtes "Im Taxi weinen" live hören.
Nach etwa einer Stunde verließen Kettcar die Bühne, damit diese für den zweiten Teil umgebaut und Platz für die Streicher gemacht werden konnte. Zusammen mit den 4 Musikern der Frankfurter Philharmonie wurden "48 Stunden", "Money left to burn", "Volle Distanz", "Balkon gegenüber" und "Nacht" gespielt. Mir gefallen die songs mit Streichern so sehr! Entweder, weil sie mit Streichen anders klingen, wie "Money left to burn" oder "Balkon gegenüber", oder weil

sie einfach noch schöner werden, so wie "Nacht".
Als Zugabe wurde noch "Balu" gespielt und dann war es auch schon vorbei.
Es war ein wirklich schönes Konzert und so eine professionelle Lichtshow hatten Kettcar bestimmt noch nie. Ich habe auf jeden Fall vorher noch nie so bunte Fotos auf einem Kettcar Konzert gemacht. ;-) Das Konzert wird am 07.12. auf 3sat gesendet und wir sind gespannt, was rausgeschnitten wird. Reimers Frage "Na, mal ehrlich? Wer zahlt GEZ?" ganz sicher. ;-)

Unser Zug zurück fuhr um 23:47 und kam morgens um 7 Uhr in Altona an. Zum Glück habe ich 6/7 dieser Fahrt verschlafen können. ;-)
Der ganze Spaß war schon recht anstrengend und teuer und ständig müsste ich das nicht machen. Trotzdem bin ich froh, dass ich dabei war. Gelohnt hat es sich auf jeden Fall.

Montag, 17. August 2009

244 Tage ohne

Nur weil man sich so dran gewöhnt hat, ist es nicht normal.

Nein, normal war das nicht, dass ich Kettcar im Jahre 2008 ganze 17 Mal live gesehen habe. Aber daran gewöhnt hätte ich mich schon gerne. Wie wir aber alle wissen, ist das Leben aber kein Ponyhof, kein Wunschkonzert und so sollte ich 244 Tage ohne Kettcar Konzert auskommen müssen.
Am Sonntag war es dann aber endlich soweit! Kettcar spielten beim Dockville in Wilhelmsburg und ich war dabei. Das Wetter war super, die Laune war gut und die Vorfreude, die war riesengroß. Besonders, weil Kettcar -wie schon beim fantastischen Sonnenaufgangskonzert im Kampnagel vor einem Jahr- wieder Streicher im Gepäck hatten.
Los ging es mit "Deiche" und sofort hatte ich dieses selige Grinsen im Gesicht, das ich das ganze Konzert über nicht loswerden sollte. Endlich! Endlich wieder Kettcar live sehen. Endlich wieder "Kettcar.Hamburg.", endlich wieder "Und das geht so". Wie sehr ich das alles vermisst habe, ist mir erst während des Konzertes bewusst geworden.

Die Setlist (ohne Gewähr):

Deiche
Kein Aussen mehr
Graceland
Nullsummenspiel
Landungsbrücken raus
Im Taxi weinen
Jenseits der Bikinilinie
Balkon gegenüber
Am Tisch (mit Streichern)
48 Stunden (mit Streichern)
Money left to burn (mit Streichern)
Volle Distanz (mit Streichern)
Nacht (mit Streichern)
Stockhausen
Academy
Ausgetrunken
Balu (mit Streichern)

Super Setlist mit vielen Lieblingsliedern, tolle Stimmung und die Streicher! Großartig, wie 4 Streichinstrumente die songs verändern können. Zum Glück muss ich aufs nächste Konzert nicht 244 Tage warten. Am 12.09. fliege ich nach Mainz, dort spielen Kettcar beim 3Satfestival.
Money left to burn.

Donnerstag, 2. Juli 2009

Statt Haare wachsen mir wundervolle Flausen aus dem Kopf




Gestern war ich zum ersten Mal seit längerer Zeit mal wieder auf einem Konzert und zwar bei dem wunderbaren Gisbert zu Knyphausen. Vor über einem Jahr hat Gisbert mit seiner Musik mein Herz erobert und ich glaube es gibt kein Album, das in in den letzten 14 Monaten öfter gehört habe als seins.
Fast genau vor einem Jahr gab er schon mal ein Konzert auf dem muggeligen Dachgarten vom Übel & Gefährlich. Und wie im letzten Jahr war das Wetter traumhaft schön und die Vorfreude groß.

Zum Glück hatte ich mir schon vor Ewigkeiten eine Karte gekauft, das Konzert war nämlich seit Wochen ausverkauft. Als Vorband spielten Atlantic/Pacific aus New York sehr schöne, ruhige Songs, die gut zu der Stimmung auf dem Dach passten. Einziger Wehrmutstropfen war, dass die Vorband das wunderschöne Sonnenuntergangslicht abbekam und nicht Gisbert.
Gisbert hatte Jens Fricke aus seiner Band dabei. Die beiden spielten viele Songs vom Album, einige neue, die bewährten Cover und -ganz neu- "Seltsam öffne mich" vom schönen Niels Frevert. Die neuen Songs machen große Lust auf das neue Album, das im nächsten Jahr erscheinen soll.
Das besondere an den Konzerten auf dem Dachgarten ist die einzigartige Stimmung. Das Gefühl wenn Gisbert "Neues Jahr" singt, während hinter ihm die Sonne über Hamburg untergeht, lässt sich nicht in Worte fassen. Die Aussicht über Hamburg vom Dach aus ist einfach großartig und lässt mich zeitweise meine Höhenangst vergessen.
Das nächste Gisbert Konzert (immerhin schon mein 7.) ist auch schon in Aussicht, im August spielt er mit kompletter Band auf Kampnagel. Ich darf nicht vergessen mir noch rechtzeitig eine Karte zu kaufen, das Konzert wird nämlich vorerst das letzte in Hamburg bevor es ins Studio geht um das neue Album aufzunehmen. Selbiges wird natürlich schon sehnsüchtig erwartet. :)

Leider gibt es bei youtube keine Videos vom gestrigen Konzert, aber das ist auch ganz nett: