Die erste Band waren Broken Records aus Schottland. Ich kannte deren Musik vorher nicht, wusste nur, dass sie auf dem Haldern begeistern konnten. Schon beim ersten Song war aber klar: Das ist keine Sitzband. Zum Glück rief die Band nach dem zweiten Lied dazu auf, aufzustehen und nach vorne zu kommen. Der Messehallencharme der O2 World wurde vom Sänger übrigens so kommentiert: "Ich fühle mich, als müsste ich gleine eine Power Point Präsentation halten". Broken Records gefielen mir sehr gut, bei der nächsten Gelegenheit muss ich mal in das Album reinhören.
Nach dem Konzert machte ich mich schnell auf Richtung Docks - Verzeihung - D-Club, da ich unbedingt Emiliana Torrini sehen wollte. Dort angekommen, bekam ich noch die letzten Lieder von Maplewood mit. Das war nun aber überhaupt nicht meins. Astreine Ü-50-Mucke mit gegniedelten Gitarrensoli und einem dicklichen Bassisten mit fisseligem Schamhaarbart. Igitt. Und vor allem auch unglaublich langweilig.
Wie befürchtet waren die meisten nur wegen "Jungle Drum" da. Als die ersten Töne erklangen, ging ein Ruck durch die -teilweise etwas gelangweilt wirkende- Menge und es wurde gesungen und getanzt. Zum Glück waren aber doch einige Leute im Publikum, die auch ihre älteren songs kannten und zu würdigen wussten. Insgesamt war das Publikum nicht ganz so schlimm wie befürchtet, das Konzert im Stage Club im letzten Jahr hat mir aber trotzdem noch besser gefallen.
Am Samstag "musste" ich schon wieder in die O2 World um dort Hello Saferide und Jose Gonzales zu schauen. Zwei Bands, bzw. Sänger, die ich noch nie live gesehen habe!
Als nächstes freute ich mich auf Jose Gonzales, den alten Schweden. Die O2 World war gerappelt voll, als er ganz alleine die Bühne betrat und sich mit seiner Gitarre in das blaue Scheinwerferlicht setzte. Jose Gonzales ist einer der Sänger, bei denen ich mir die Songtitel einfach nicht merken kann. Welche Lieder er genau gespielt hat, kann ich also nicht sagen. Auf jeden Fall waren das wunderschöne "Heartbeats" und das Massive Attack Cover "Teardrop" dabei. Haaach!! Leider bekam der Gute ausgerechnet bei Heartbeats einen kleinen Hustenanfall, aber das konnte dieses großrtige Lied auch nicht verderben. Schön, einfach nur schön! Zum Glück lauschte das Publikum andächtig und niemand störte mit Gesabbel.
Nach dem Konzert machte ich mich gleich auf zum Docks, die ewig lange Schlange vor dem Club lies aber leider alle meine Hoffnungen sterben, die Editors sehen zu können. Na gut, es gab ja genug gutes Alternativprogramm. Also auf in Richtung Große Freiheit! Dort angekommen, sah ich zusammen mit Steffi und Henning, die ich unterwegs getroffen hatte, noch die letzten Lieder von Tele.
Kante erzählen zwischendurch, dass sie zurzeit in Dresden das Theaterstück "Wilhelm Meisters Lehrjahre" musikalisch begleiten. Das klingt spannend, allerdings werde ich in der nächsten Zeit wohl nicht nach Dresden kommen, um mir das anzuschauen.
Leider war ich von dem Wochenende und den ganzen Konzerten so unfassbar müde und kaputt, dass ich Kante nicht bis zum Ende geschaut habe. Mein Bett rief einfach zu laut nach mir.
Fazit: Das Reeperbahnfestival war wirklich super. Ich habe tolle Bands gesehen, dabei liebe Leute getroffen und es hat fast alles so geklappt, wie ich mir das vorher überlegt hatte. Dass ich Editors nicht sehen konnte und die O2 World so doof war, war zu verkraften.
Im nächsten Jahr bin ich wieder dabei.
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