Samstag, 3. April 2010

Nina hat im März gelesen...

Nur gute Bücher diesen Monat!

1. Mary Ann Shaffer - Deine Juliet
(Rowohlt Taschenbuch, 296 Seiten)

London in den späten vierziger Jahren: Die temperamentvolle junge Schriftstellerin Juliet erhält eines Tages einen erstaunlichen Brief. Absender ist Dawsey Adams, ein Bauer von der Kanalinsel Guernsey. Er hat antiquarisch ein Buch erworben, das zuvor ihr gehörte. Zwischen der Literatin und dem Bauern entspinnt sich ein Briefwechsel, durch den Juliet von der Existenz eines literarischen Clubs erfährt, den die Inselbewohner gründeten, um sich über die schwere Kriegszeit hinwegzuhelfen. Je mehr Juliet über Dawsey und die anderen erfährt, desto neugieriger wird sie. Sie beschließt, auf die Insel zu reisen. Dort stößt sie auf die Geschichte von Elizabeth und deren großer Liebe zu einem deutschen Offizier. Und sie lernt Dawsey kennen …

Dieser Briefroman war ein "Geheimtipp" in meinem Bücherforum und als es mir dann auch noch von einer ehemaligen Kollegin empfohlen wurde, musste ich es einfach lesen. "Deine Juliet" ist ein sehr schönes, warmherziges Buch mit wunderbaren Charakteren, die man einfach gern haben muss. Es ist angenehm unkitschig und in der Briefromanform mal was anderes. Lediglich den deutschen Titel finde ich langweilig, heißt das Buch im Original doch "The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society". Note: 2+

2. Steffen Möller - Viva Polonia (Scherz, 367 Seiten)

Ich habe weder schlesische Vorfahren noch einen Onkel im Bund der Vertriebenen. Ich komme einfach nur aus Wuppertal. Während des Studiums habe ich aus Spaß einen Polnisch-Sprachkurs in Krakau gemacht. Dort war es toll, ganz anders, als ich erwartet hatte. In den Geschäften gab es alles, sogar Nutella, und die Menschen waren so offen. Ich beschloss, nach Polen auszuwandern und habe es in dreizehn Jahren keinen einzigen Tag lang bereut. Vor allem die Mentalität der Polen hat es mir angetan, diese Mischung aus Anarchie und Freiheit, Absurdität und Warmherzigkeit. Nach der Lektüre soll mir niemand mehr sagen, er wüsste nicht, wo das gelobte Land liegt. Viva Polonia!

Wer einen polnischen Freund hat und somit irgendwann in eine polnische Familie einzuheiraten gedenkt, MUSS dieses Buch gelesen haben. Leider war ich noch immer nicht in Polen, aber einige im Buch beschriebene Merkmale und Eigenheiten kommen mir trotzdem schon sehr bekannt vor (Das Pilzesammeln! Oder: "Nein! Nicht auf der Schwelle umarmen oder die Hand geben, das bringt Unglück!") Steffen Möller beschreibt unser Nachbarvolk, über das wir so wenig wissen und dass uns irgendwie suspekt ist, sehr lustig und warmherzig. Das Buch sei jedem empfohlen, ob mit polnischer Familie oder ohne! Note: 2+

3. Rebecca Gablé - Die Siedler von Catan (Ehrenwirth, 796 Seiten)

Die christlichen Völker schreiben etwa das Jahr 850: Die Bewohner von Elasund, einem Küstendorf im hohen Norden, leben vom Fischfang und dem, was sie ihren kargen Feldern in drei kurzen Sommermonaten abzuringen vermögen. Doch als die feindlichen Turonländer das Dorf überfallen, das Vieh stehlen und die Frauen rauben, erkennen die Ziehbrüder Candamir und Osmund, dass ihre Tage in der alten Heimat gezählt sind. Auch Osmunds Onkel Olaf, ein weit gereister Kauffahrer, plädiert dafür, im westlichen Meer ein neues Land zu suchen. Nach einem bitteren Hungerwinter bricht die ganze Dorfgemeinschaft mit neun Schiffen zu einer beschwerlichen Seereise auf. Auch Austin, ein angelsächsischer Missionar, den die Elasunder zum Dank für seine Sorge um ihr Seelenheil versklavt haben, ist mit an Bord. Auf den Kalten Inseln vor Schottland machen sie zum letzten Mal in der bekannten Welt Halt, um Proviant aufzunehmen, und Siglind, die junge Königin der Inseln, schleicht sich als blinder Passagier an Bord von Candamirs Schiff. Nach drei Wochen schließlich verschlägt ein Sturm die Auswanderer an die Nordwestküste jener Insel, die sie bislang nur aus der Sage kannten: Catan. Odin, erzählt die Legende, habe dieses Land einst erschaffen, um eine schöne Albentochter zu entzücken, und deshalb habe er es vollkommen gemacht. Voller Hoffnung erkunden die Siedler die große Insel, roden Wälder und bestellen den fruchtbaren Boden. Alle Not könnte ein Ende haben, hätten sie nicht ihre Vergangenheit und ihre Zwistigkeiten aus der alten Heimat mitgebracht ...

Ich liebe die historischen Romane von Rebecca Gablé! "Die Siedler von Catan" basiert im Gegensatz zu ihren anderen Büchern zwar nicht auf historischen Personen sondern auf dem gleichnamigen Brettspiel (Das ich noch nie wirklich gespielt habe, wie ich zugeben muss.). Mir hat das Buch sehr sehr gut gefallen. Die Figuren sind interessant und die Geschichte sehr spannend. Am Ende war ich ein wenig traurig, dass das Buch nicht noch mehr Seiten hat. Note: 1

4. Helene Hanff - 84, Charing Cross Road (btb Taschenbuch, 158 Seiten)

"Schicken Sie Dichter, die Liebe machen können, ohne zu sabbern." Sie liebte Bücher über alles, aber kurz nach dem Krieg war genau daran nur schwer zu kommen. So machte die Amerikanerin Helene Hanff eine Buchhandlung in Europa ausfindig, über die sie ihre ziemlich spezielle Lektüre fortan per Post bestellte. Und nicht nur das: Schon bald begann ein hinreißender Briefwechsel zwischen der spitzzüngigen Amerikanerin und ihrem englischen Antiquar - er sollte zwanzig Jahre dauern und die beiden Akteure schließlich weltberühmt machen. Die Drehbuchautorin Helen Hanff gab dabei den Ton an und eroberte den schüchternen Antiquar nach und nach mit ihrer rauen Herzlichkeit.

Habe ich letzten Monat zufällig zwei Familiengeschichten gelesen, so waren es diesen Monat zwei Briefromane. Bei amazon überschlagen sich die Kritiker mit Lobeshymnen, so dass meine Erwartungen sehr hoch waren. Es ist wirklich ein schönes, kleines Buch für alle, die Bücher lieben, aber immer und immer wieder werde ich es wohl nicht lesen. Note: 2

5. Jasmin Ramadan - Soul Kitchen (Blumenbar, 254 Seiten)

Zinos lebt ohne Schulabschluss in Hamburg-Altona, sein geliebter Bruder sitzt im Gefängnis, die Eltern kehren nach Griechenland zurück, und der erste richtige Sex ist vorbei, ehe er überhaupt begonnen hat. In ihrem Debüt erzählt Jasmin Ramadan eine irrwitzige Geschichte zwischen Coming of Age und Road Movie: Die weiteren Stationen des genauso verfressenen wie ständig vom Pech der Liebe verfolgten Helden sind die griechischen Inseln, ein Hamburger Bordell und schließlich die Karibikinsel Adios, wo er sich bereits im Paradies wähnt. Doch hier wird er mit Voodoozauber, sozialem Elend und weiblichem Sextourismus konfrontiert. Nach seiner Odyssee, die ihn beinahe das Leben kostet, beschließt Zinos, endlich erwachsen zu werden. Er eröffnet ein Restaurant, das "Soul Kitchen".

Man kann "Soul Kitchen" sehr gut lesen ohne den Film gesehen zu haben, da es sich um die Geschichte VOR dem Film handelt. Zinos schliddert so durchs Leben, hält sich mit diversen Jobs über Wasser und lernt viele skurrile Typen kennen. Witzigerweise tauchen auch Fatih Akin und Adam Bousdoukos (Der im Film den Zinos spielt) im Buch auf. Das vorletzte Kapitel auf Adios fand ich etwas merkwürdig, aber insgesamt war das Buch klasse. Danke Peggy fürs Schenken! :) Note: 2

2 Kommentare:

  1. Ich habe mir heute auch VIVA POLONIA gekauft und werde in der Babyschlafzeit damit beginnen. Ich freue mich schon sehr!!! Danke für den Tip. Liebe Grüße Peggy

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  2. Ich weiß nicht wieso jetzt magra hat gesagt da steht, aber magra ist Markus??? naja egal, es kommt von Peggy:)

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