Samstag, 31. Juli 2010

Nina hat im Juni und Juli gelesen...

Meine Güte! Dachte ich, ich hätte im Mai wenig gelesen, so können Juni und Juli den mageren Monat noch unterbieten. Ich kann nicht mal sagen, woran es liegt, dass ich zurzeit so wenig Bücher lese. An den vielen Zeitschriften, die mir während der Arbeit immer zurufen: "Kauf mich! Lies mich!", am wochenlangen Sonnenschein oder meiner fiesen Erkältung Anfang Juli? Weiß man nicht, steckt man nicht drin! Wir aber bestimmt auch wieder besser... Hoffentlich!

1. Kate Morton - Der verborgene Garten
(Diana, 639 Seiten)

Als die junge Australierin Cassandra von ihrer Großmutter ein kleines Cottage an der Küste Cornwalls erbt, ahnt sie nichts von dem unheilvollen Versprechen, das zwei Freundinnen ein Jahrhundert zuvor an jenem Ort einlösten. Auf den Spuren der Vergangenheit entdeckt Cassandra ein Geheimnis, das seinen Anfang in den Gärten von Blackhurst Manor nahm und seit Generationen das Schicksal ihrer Familie bestimmt.

So, das war aber jetzt wirklich mal ein toller Schmöker zum Entspannen und Weglesen! Erzählt werden die Schicksale von Eliza (im Zeitraum von 1900-1913), Nell (Sie besucht 1976 Cornwall um das Rätsel Ihrer Herkunft zu lösen) und Cassandra, die nach Cornwall reist um zu verstehen, warum ihre Großmutter ihr das Cottage vermacht hat und was es für sie bedeutet haben mag. Spannend und unterhaltsam erzählt und zum Glück relativ unkitschig ist "Der verborgene Garten" das perfekte Buch für den Sommerurlaub oder den heimischen Balkon. :) Note: 1

2. Stephenie Meyer - Twilight (Atom, 434 Seiten)

Zum Inhalt muss ich wohl nichts schreiben. Wer sich wundert, dass ich tatsächlich "Twilight" gelesen habe, obwohl mir der Hype so auf den Senkel geht, dem sei gesagt: Ich wundere mich selbst darüber! Den ersten Band habe ich damals als Leseexemplar gelesen (Meine schlaue Liste verriet mir, dass dies im Februar 2006 war) und auch den zweiten Teil habe ich kurz nach Erscheinen gelesen. Ganz nett irgendwie, aber auch ganz schön überbewertet. Als ich letztens auf dem Flohmarkt in der Fabrik alle vier Teile auf englisch für je einen Euro erwerben konnte, habe ich nicht lange nachgedacht und zugeschlagen. Na toll, das habe ich jetzt davon! Mich nochmal durch diese elendige Liebesgeschichte von Hoppla-da-bin-ich-schon-wieder-hingefallen-Bella und und dem ach-so-wunderschönen-Edward quälen. Nääää, muss irgendwie nicht. Jetzt bin ich selbst gespannt, ob ich die anderen drei Bände auch noch lese, oder selbst wieder mit zum Flohmarkt schleppe...

3. Dieter Moor - Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht (Rowohlt, 304 Seiten)

«Warum wollt ihr ausgerechnet dorthin, von wo alle abhauen?» Freunde und Bekannte sind fassungslos, als Dieter Moor und seine Frau Sonja eröffnen, dass sie ihr Haus in der Schweizer Postkartenidylle verkauft haben, um nach Brandenburg zu ziehen. Im Dörfchen Amerika möchten sie ihren Traum vom eigenen Bauernhof verwirklichen. Tatsächlich sind die neue Heimat, die neuen Nachbarn und das neue Leben für allerlei ungeahnte Herausforderungen, komische Missgeschicke und skurrile Situationen gut. Warum Dieter Moor dennoch sein Herz an Land und Leute verloren hat – davon erzählt er in diesem Buch. Eine charmante und witzige Liebeserklärung an eine verkannte Region.

Ah, was für ein tolles Buch! Ähnlich wie Steffen Möller in "Viva Polonia" beschreibt Dieter Moor die Einwohner Amerikas und ihre Eigenarten sehr witzig und warmherzig. Wenn ich später auf meinem Bauernhof auch so tolle Nachbarn und Dorfeinwohner habe, kann ich mich glücklich schätzen. ;-) Note: 1

4. Richard Price - Cash (S. Fischer, 521 Seiten)

Drei Männer werden nachts in der Lower East Side von zwei dunkelhäutigen Jugendlichen überfallen. Einer der drei wird erschossen, die Täter fliehen. Der Hauptzeuge Eric verstrickt sich bei der Polizei immer tiefer in Widersprüche. Detective Matty Clark kommen jedoch bald Zweifel an seiner Schuld. Richard Price lässt in seinem in den USA hymnisch gefeierten Bestseller die Fassade des strahlenden, »neuen« New Yorks bröckeln und zeigt die dahinter liegenden Risse, die unter dem Glamour verborgene Macht und Gewalt. »Cash« ist ein Röntgenblick auf die Lower East Side, ein großer Roman von einem meisterhaften Gegenwartschronisten.

Hm, ja. Man merkt dem Buch an, dass Richard Price erfolgreich Drehbücher schreibt. Es gibt keine richtige Hauptperson, sehr sparsame Beschreibungen von Menschen und Orten und viele, viele Dialoge, so dass ich ständig das Gefühl hatte, quasi eine Fernsehserie zu lesen. Da ich ja ein großer Serienliebhaber bin, hat mich das nicht sonderlich gestört, aber etwas ungewohnt war es schon. Der Klappentext lässt auf eine Art Krimi schließen, davon darf man sich nicht täuschen lassen, denn den Mörder lernt der Leser schon früh kennen. Besonders spannend ist das Buch also nicht, aber trotzdem wirklich lesenswert. Note: 2-

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