Samstag, 7. August 2010

"Ähm, mir ist da was ganz doofes passiert!"

Unsere Wohnung ist ja wirklich toll, einen Haken hat sie jedoch: kein Balkon. Umso größer ist also immer unsere Freude, wenn unsere befreundeten Nachbarn in den Urlaub fahren und uns ihren Balkon zur freien Verfügung stellen. Dafür gießen wir auch gerne die Blümchen! Groß war auch meine Vorfreude auf eine Woche Urlaub auf Balkonien. Schade nur, dass das Wetter die ganze Woche über recht mies war und ich gezwungen war, in der Wohnung zu hocken.
Aber heute! Sonne, blauer Himmel, 25 °, juhu! Buch, Telefon, Handy auf den Balkontisch gelegt, Wohnungsschlüssel auf den Küchentisch, jetzt noch eben was zu trinken holen. RUMMMS! Die Tür ist zu und der Schlüssel liegt wo? Genau, auf dem Küchentisch IN DER WOHNUNG. Festnetztelefon und Handy? AUF DEM BALKON! AAAHHHHH! Shitte Brigitte! Sowas ist mir noch nie passiert! Okay, Ruhe bewaren. Schlüsseldienst ist zu teuer, das muss doch irgendwie anders gehen. Zum Glück hatte ich unsere anderen Nachbarn auf deren Balkon gesehen. Also klingeln und die peinliche Situation erklären. Habt ihr eine Idee? Die Balkone liegen zwar nur knapp 2 Meter auseinander, allerdings im 4. Stock, so dass "rüberspringen" keine richtig gute Idee ist. "Also, ich hab ja ne Kletterausrüstung, vielleicht kommt man vom Dach auf den Balkon?" überlegt der Nachbar. Praktischerweise liegt unser Dachboden genau über dem Balkon auf dem meine Telefone die Sonne genießen. Okay, probieren wir es! Ich hab ja so überhaupt gar keine Höhenangst und geklettert bin ich ja auch schon oft. AAAHH! Bevor ich noch darüber nachdenken kann, habe ich schon einen Gurt um, das dazugehörige Seil wird im Flur um das Treppengeländer gewunden. Nächstes Problem: Das Dachfenster ist nicht sonderlich groß:

Wie genau ich es geschafft habe, da mit den Füßen zuerst durchzukommen, kann ich mir jetzt auch nicht mehr genau erklären. Auf jeden Fall weiß ich jetzt, wofür ich das elende Kraftraining im Fitnessstudio immer mache. Ehrlich, noch vor 2 Jahren wäre ich nicht durch dieses Fenster gekommen...
Ach so, diesen Weg hatte ich zu bewältigen:

Okay, da liege ich nun also mit dem Bauch nach untem auf dem Dach. Gesichert durch das Seil rutsche ich das Dach runter bis meine Füße in der Regenrinne Halt finden. Zum Glück ist die Regenrinne stabil, so dass ich mich daran gut festhalten kann. Jetzt kommt der schwierigste Teil: Ich muss loslassen und darauf vertrauen, dass der Nachbar das Seil gut festhält und mich Stück für Stück nach unten bringt. Durch das ganze Adrenalin, das durch meinen Körper tobt, kriege ich das überrraschend gut hin und stehe dann tatsächlich auf dem Balkon! GESCHAFFT!!! Ich bin wirklich unfassbar stolz auf mich und dem Nachbar so unglaublich dankbar. Ich weiß wirklich nicht, was ich ohne ihn und seine Kletterausrüstung gemacht hätte.
Auf jeden Fall war mein Urlaub jetzt nicht nur entspannt und verregnet, sondern auch noch aufregend! ;-)

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