Dienstag, 25. Januar 2011

Nina hat im November und Dezember gelesen...

Zu allererst: Ich bin sehr gerührt, dass es tatsächlich mehrere Personen gibt, die meine Bücher vermisst haben. Fühlt Euch geknutscht! Hier kommen dann erstmal die noch ausstehenden aus November und Dezember.. Viel Spaß. :)

1. Martin Suter - Der Koch
(Diogenes, 320 Seiten)

Maravan, 33, tamilischer Asylbewerber, arbeitet als Hilfskraft in einem Zürcher Sternelokal, tief unter seinem Niveau. Denn Maravan ist ein begnadeter, leidenschaftlicher Koch. In Sri Lanka hatte ihn seine Großtante in die Kochkunst eingeweiht, nicht zuletzt in die Geheimnisse der aphrodisischen Küche.
Als er gefeuert wird, ermutigt ihn seine Kollegin Andrea zu einem Deal der besonderen Art: einem gemeinsamen Catering für Liebesmenüs. Anfangs kochen sie für Paare, die eine Sextherapeutin vermittelt. Doch der Erfolg von "Love Food" spricht sich herum, und eine viel zahlungskräftigere Klientel bekundet Interesse: Männer aus Politik und Wirtschaft - und deren Grauzonen. Maravan hat Sorge, das Geschäft könne "unanständig" werden. Und das wird es.
Doch er benötigt das Geld dringend, um seine Familie in Sri Lanka am Leben zu erhalten.

Hach ja. Martin Suter ist ja einer meiner Lieblingsautoren und ich werde auch weiterhin jedes neue Buch von ihm lesen. Nun ist "Der Koch" nach "Der letzte Weynfeldt" und "Der Teufel von Mailand" aber schon das dritte Buch, das mich nicht mehr so richtig vom Hocker reißt. Es ist wie immer super geschrieben, die Geschichte ist gut und unterhaltsam und Maravan eine interessante Hauptfigur. Vielleicht lag es an der Nebenhandlung mit den kriminellen Machenschaften der bösen, reichen Männer, für die ich mich nicht begeistern konnte. Einen Pluspunkt gibt es auf jeden Fall noch für die ganzen Rezepete im Anhang. Ich werde mich sicher nicht an der molekularen Küche versuchen, aber lecker klingt das schon. :) Note: 3

2. Jay Asher - Tote Mädchen lügen nicht (cbt, 282 Seiten)

Als Clay Jensen aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit 13 Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf „Play“ – und hört die Stimme von Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat. Mit ihrer Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. Dreizehn Gründe sind es, die zu ihrem Selbstmord geführt haben, dreizehn Personen, die daran ihren Anteil haben. Clay ist einer davon ...

Ein Buch, das in meinem Bücherforum vor einiger Zeit sehr gehypt wurde. Da ich zwischendurch ganz gerne mal einen Jugendroman lese, hielt ich es für eine gute Wahl. Und musste mal wieder lernen: Don't believe the hype! Die Idee des Romans finde ich nach wie vor gut. Nur kann der Autor sich meiner Meinung nach nicht besonders gut in ein 14-jähriges Mädchen hineinversetzen. Als ich das Buch durch hatte, wusste ich immer noch nicht, warum Hannah sich umbringen "musste". Sicher, die Dinge, die sie erlebt habt, waren nicht schön. Aber was genau jetzt so ausweglos war, dass Selbstmord die einzige Lösung ist, wurde mir nicht klar. Muss man nicht lesen. Note: 4

3. Nele Neuhaus - Eine unbeliebte Frau (List, 382 Seiten)

Eine Ladung Schrot aus dem eigenen Jagdgewehr beschert dem Frankfurter Oberstaatsanwalt ein schnelles, wenn auch sehr hässliches Ende. Die schöne junge Frau, die tot am Fuß eines Aussichtsturms im Taunus liegt, ist viel zu unversehrt, um an den Folgen eines Sturzes gestorben zu sein. Kriminalhauptkommissar Oliver von Bodenstein und seine neue Kollegin Pia Kirchhoff sind sich einig: Der erste Todesfall war ein Selbstmord, der zweite jedoch ein Mord. Bald häufen sich sowohl die Motive als auch die Verdächtigen. Doch was hat den Staatsanwalt in den Tod getrieben?

Nachdem mir "Schneewittchen muss sterben" ja sehr gut gefallen hatte, hielt ich es für eine gute Idee, die Reihe um Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff von vorne zu beginnen. Wäre dies mein erstes Buch von Nele Neuhaus gewesen, hätte ich wohl eher kein weiteres gelesen. Wahnsinnig viele Personen mit lauter kriminellen Machenschaften und Querverbindungen...puuh...anstrengend! Und letztendlich nicht spannend genug. Da ich aber ja schon weiß, dass die gute Frau es besser kann, werde ich ihr sicher noch eine Chance geben. Note: 3

4. Janne Teller - Nichts (Hanser, 139 Seiten)

"Nichts bedeutet irgendwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendwas zu tun." Mit diesen Worten schockiert Pierre alle in der Schule. Um das Gegenteil zu beweisen, beginnt die Klasse alles zu sammeln, was Bedeutung hat. Doch was mit alten Fotos beginnt, droht bald zu eskalieren: Gerda muss sich von ihrem Hamster trennen. Auch Lis Adoptionsurkunde, der Sarg des kleinen Emil und eine Jesusstatue landen auf dem Berg der Bedeutung. Als Sofie ihre Unschuld und Johan seinen Zeigefinger opfern mussten, schreiten Eltern und Polizei ein. Nur Pierre bleibt unbeeindruckt. Und die Klasse rächt sich an ihm ... Eine erschütternde Parabel über das Erwachsenwerden, Erziehung und Gewalt in unserer Gesellschaft.

"Nichts" ist ein Buch, an das ich mich noch lange erinnern werde. In Dänemark ist das Buch schon vor 10 Jahren erschienen, umstritten und dennoch mittlerweile eine Schullektüre. Als ebensolche hätte ich es wahnsinnig gerne mit 14 gelesen und darüber diskutiert. Auf jeden Fall empfehlenswert! Note: 2+

5. Jussi Adler Olsen - Erbarmen (dtv premium, 420 Seiten)

Die verzerrte Stimme kam aus einem Lautsprecher irgendwo im Dunklen: »Herzlichen Glückwunsch zu deinem Geburtstag, Merete. Du bist jetzt hier seit 126 Tagen, und das ist unser Geburtstagsgeschenk: Das Licht wird von nun an ein Jahr lang eingeschaltet bleiben. Es sei denn, du weißt die Antwort: Warum halten wir dich fest?« Am 2. März 2002 verschwindet eine Frau spurlos auf der Fähre von Rødby nach Puttgarden, man vermutet Tod durch Ertrinken. Doch sie ist nicht tot, sondern wird in einem Gefängnis aus Beton gefangen gehalten.Wer sind die Täter? Was wollen sie von dieser Frau? Und: Kann ein Mensch ein solches Martyrium überleben?

Okay, ich kann es nicht mehr leugnen: Ich lese mittlerweile sehr sehr gerne Krimis. Das Debüt des dänischen Autors Jussi Adler Olsen kann ich nur wärmstens empfehlen! Die Geschichte ist unglaublich spannend, Carl Mørck ist eine sehr gute, vielschichtige Hauptperson und über den fein gestreuten Humor kann zumindest ich gut lachen. Also, wer mal wieder Lust auf einen richtig guten Krimi hat, hier ist er! Note: 1

6. Jussi Adler Olsen - Schändung (dtv premium, 460 Seiten)

Carl Mørck, Leiter des Sonderdezernats Q der Kopenhagener Kriminalpolizei zur Aufklärung alter unaufgeklärter Verbrechen, findet eine zwanzig Jahre alte Ermittlungsakte auf seinem Schreibtisch. Wer sie ihm da hingelegt hat, ist nicht mehr nachzuvollziehen, und was er mit ihr soll, weiß Mørck zunächst auch nicht, denn der darin behandelte Mordfall an einem Geschwisterpaar scheint aufgeklärt: Jemand hat vor Jahren die Tat gestanden und ist seitdem im Gefängnis. Und doch wird Mørck neugierig, befasst sich mit der Akte und stößt bald auf Ungereimtheiten, die darauf schließen lassen, dass der falsche Täter hinter Gittern sitzt, oder zumindest nicht der einzige.
Als Mørck und sein Team (zu seinem kauzigen arabischen Assistenten Hafez el-Assad ist noch die in seine Abteilung zwangsversetzte Sekretärin Rose hinzugekommen, die Mørck jedoch lieber jetzt als gleich wieder loswerden möchte) den Fall aufzurollen beginnen, werden ihnen von höchster Stelle Steine in den Weg gelegt. Denn die damaligen Verdächtigen, die zur Tatzeit noch Schüler eines Eliteinternats waren und seinerzeit allzu schnell von aller Schuld reingewaschen wurden, sind heute respektabelste Mitglieder der dänischen Gesellschaft. Doch Mørck lässt nicht locker, und je tiefer er in diesen alten Fall und die Vergangenheit dieser feinen Herren vordringt, desto klarer wird ihm, dass es längst nicht nur um diesen einen Doppelmord geht – und dass er es mit kranken, mitleidlosen, ihren Kick im Töten suchenden Menschen zu tun hat, die eine große Gefahr darstellen.

Zum Glück sind schon zwei Bücher von Adler Olsen auf deutsch erschienen! Da mir "Erbarmen" so unglaublich gut gefallen hat, hätte ich es kaum ausgehalten, "Schändung" nicht gleich hinterher zu lesen. Meiner Meinung nach kann der zweite Band nicht ganz mit der Spannung des ersten mithalten und ist außerdem noch eine Spur brutaler, nichtsdestotrotz (was für ein wunderschönes Wort (Wer weiß, aus welchem Song dieses Zitat stammt, bekommt demnächst nen Kaffee ausgegeben ;-))) würde ich auch dieses Buch weiterempfehlen! Der dritte Band erscheint leider erst im Juli... Note: 2

7. Jonatham Lethem -Chronic City (Faber and Faber, 547 Seiten)

Chase Insteadman, a handsome, inoffensive fixture on Manhattan's social scene, lives off residuals earned as a child star on a beloved sitcom called Martyr & Pesty. Chase owes his current social cachet to an ongoing tragedy much covered in the tabloids: His teenage sweetheart and fiancée, Janice Trumbull, is trapped by a layer of low-orbit mines on the International Space Station, from which she sends him rapturous and heartbreaking love letters. Like Janice, Chase is adrift, she in Earth's stratosphere, he in a vague routine punctuated by Upper East Side dinner parties.
Into Chase's cloistered city enters Perkus Tooth, a wall-eyed free-range pop critic whose soaring conspiratorial riffs are fueled by high-grade marijuana, mammoth cheeseburgers, and a desperate ache for meaning. Perkus's countercultural savvy and voracious paranoia draw Chase into another Manhattan, where questions of what is real, what is fake, and who is complicit take on a life-shattering urgency. Along with Oona Laszlo, a self-loathing ghostwriter, and Richard Abneg, a hero of the Tompkins Square Park riot now working as a fixer for the billionaire mayor, Chase and Perkus attempt to unearth the answers to several mysteries that seem to offer that rarest of artifacts on an island where everything can be bought: Truth.

Dieses Buch habe ich mir in der wunderschönen Buchhandlung "Shakespeare and Company" in Paris gekauft, als Erinnerung quasi. Erinnern werde ich mich an dieses Buch auf jeden Fall. Zum einen, weil ich fast zwei Monate gebraucht habe, um es zu lesen. Und zum anderen, weil es so ein herrlicher mindfuck war. Es wird unglaublich viel gekifft, es passiert eigentlich fast die ganze Zeit nichts und ich bin mir nicht mal sicher, ob ich das Buch am Ende richtig verstanden habe. Großartig war es aber auf jeden Fall. Auch wenn ich gestehen muss, dass ich am Ende froh war, als ich es endlich durch hatte... Note: 2

8. David Benioff - Stadt der Diebe (Heyne, 380 Seiten)

Mit Stadt der Diebe gelang David Benioff ein modernes erzählerisches Meisterwerk, das Kritiker wie Leserschaft gleichermaßen in seinen Bann zog. Es ist ein fesselnder Abenteuerroman und zugleich die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen zwei jungen Männern, die eine schier unlösbare Aufgabe zu erfüllen haben: Im belagerten, ausgehungerten Leningrad sollen sie ein Dutzend Eier auftreiben.

Dieses Buch ist ein dreierlei Hinsicht besonders für mich: Es war nicht nur das letzte Buch, das ich 2010 gelesen habe, sondern auch noch eines der Besten überhaupt. Außerdem war es, wenn ich mich nicht verzählt habe, das 500. Buch, das ich seit dem 01.August 2003 gelesen habe. Wie schon mal erwähnt, führe ich seit Beginn meiner Ausbildung eine Liste mit allen Büchern, die ich seitdem gelesen habe. Und das war nun das 500., schöne Zahl! :)
"Stadt der Diebe" ist ein wirklich fantastisches Buch. Es ist sehr traurig, sehr lustig und während des Lesens wünscht man sich, es würde niemals enden. Unbedingt lesen, aber sowas von unbedingt! Note: 1 (mit ganzen vielen Sternchen) :)

1 Kommentar:

  1. Nina is back! Ich freu mich so!
    Ich werde mich gleich mal durch Deine Bücher lesen. Stadt der Diebe fand ich übrigens auch ganz besonders genial! Hatte es in zwei Tagen durch, Hendrik an einem... 25Stunden von Benioff ist auch lesenswert, kommt nicht ganz an die Diebe ran, aber ist wirklich gut.

    Liebe Grüße
    Brina

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