Dienstag, 1. Februar 2011

Nina hat im Januar gelesen...

Neues Jahr, neues Glück! Und neuer Vorsatz: Jeden Monat ein Buch mehr als im entsprechenden Monat des Vorjahres lesen. Im Januar hat es schon mal nicht geklappt, da waren es genauso viele wie im Januar 2010. Aber Vorsätze sind ja eh überbewertet... :)

1. Wolfgang Herrndorf - Tschick (Rowohlt, 253 Seiten)

Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Assi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz, unvergesslich wie die Flussfahrt von Tom Sawyer und Huck Finn.

Sehr lustiges, schräges Roadmovie und gleich mein Monatshighlight. Meiner Meinung nach hätten die einzelnen Kapitel ruhig länger, alles etwas ausführlicher beschrieben und das Buch insgesamt länger sein können. So hat man das Büchlein doch recht schnell durch und muss die beiden ungleichen Hauptpersonen schon wieder verlassen. Schade! Note: 2+

2. Elia Barceló - Töchter des Schweigens (Pendo, 422 Seiten)

Freundschaft verbindet – und kann zur tödlichen Bedrängnis werden. Margarita, Ana, Magdalena, Teresa, Carmen, Candela und Soledad: Sie haben ihre Kindheit zusammen verbracht, gemeinsam die Liebe entdeckt, Pläne geschmiedet und einander vertraut. Und sie teilen ein Geheimnis: ein schreckliches Erlebnis in der Vergangenheit. Etwas, das in einer mallorquinischen Nacht geschah, dass sie alle zu Schuldigen macht und ihr Leben bestimmt. Als sie sich nach vielen Jahren wiedersehen, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, werden alte Gefühle neu entfacht. Bis eine von ihnen unter rätselhaften Umständen ihr Leben verliert. Und auf einmal wird das, was einst geschah, zur gefährlichen Bedrohung.

Eigentlich darf ich zu diesem Buch noch gar nichts schreiben, weil es sich um ein Leseexemplar handelt und der Roman erst im April erscheint. Nur so viel: Im April werde ich mich an nichts mehr erinnern können, so überflüssig ist dieses Buch. Schade eigentlich, denn "Im Bann der Masken" hatte mir ja gut gefallen. Note: 4

3. Cornelia Funke - Reckless (Dressler, 346 Seiten)

Jacob Reckless hat einen Fehler gemacht nach all den Jahren der Vorsicht: Sein Bruder Will ist ihm hinter den Spiegel gefolgt. In eine Welt, in der die dunkelsten Märchen wahr sind und der Fluch einer Fee Steinernes Fleisch sät. Viele Jahre lang hat diese Welt für Jacob Zuflucht und Zuhause bedeutet, und er hat als Schatzjäger für Kaiser und Könige die magischen Dinge gesucht, die sich in ihren Wäldern und Hügeln verbergen. Aber als Wills Haut sich in Jade verwandelt, muss Jacob nur noch eines finden: die Medizin, die seinen Bruder rettet.

Hm, ja. Ich bin mir nicht sicher, was ich von Frau Funkes neuem Werk halten soll. Es gibt ein paar schöne Figuren, einige phantasievolle Ideen und da es sich um ein Jugendbuch handelt, hat man es schnell gelesen. Irgendwie fehlte mir aber die Liebe zum Detail, insgesamt hat mich das Buch relativ kalt gelassen. Außerdem wird man während des Lesens den Eindruck nicht los, dass Frau Funke und der Filmproduzent, der beim Schreiben geholfen hat (Aha!), schon die Verfilmung vor Augen gehabt haben. Note: 3

4. Judith Hermann - Alice (S. Fischer, 192 Seiten)

Wenn jemand geht, der dir nahe ist, ändert sich dein ganzes Leben, es ändert sich, ob du willst oder nicht. Alles wird anders. Alice ist die Heldin dieser fünf Geschichten, alle erzählen von ihr - und davon, wie das Leben ist und das Lieben, wenn Menschen nicht mehr da sind.

Ein sehr leises, trauriges Buch, deren fünf einzelne Geschichte eine große ergeben. Mein erstes Buch von Judith Hermann, aber sicher nicht mein letztes. Ihr Stil, ihre Beobachtungen und Beschreibungen sind genau nach meinem Geschmack. Note: 2

5. Kate Morton - Die fernen Stunden (Diana, 720 Seiten)

Es beginnt mit einem verloren geglaubten Brief. Ein halbes Jahrhundert hat er darauf gewartet, gelesen zu werden. Die Suche nach dem Absender führt die junge Edie nach Milderhurst Castle, wo seit Jahrzehnten die exzentrischen Blythe-Schwestern leben. Als Edie das verfallene Schloss betritt, beginnt sie zu ahnen, dass hinter den alten Mauern der Schlüssel zur rätselhaften Vergangenheit ihrer Mutter liegt.

Hätte mich "Der verborgene Garten" von Tante Morton nicht so schön leicht und seicht unterhalten, hätte ich "Die fernen Stunden" gar nicht erst gelesen. Und wäre mir nicht erst nach 250 Seiten aufgefallen, dass mir das Buch eigentlich gar nicht gefällt, hätte ich es wohl auch nicht zu Ende gelesen. Hätte, hätte, Fahrradkette. So habe ich mir die restlichen 500 Seiten auch noch angetan und wieder ein bißchen Lebenszeit vertan. An sich ist die Idee des Romans gar nicht so schlecht, allerdings werden furchtbar langweilige Szenen aus der Vergangenheit viel zu lang und ausführlich erzählt und die wirklich interessanten viel zu kurz abgehandelt. Muss man nicht lesen, da kann man sich auch nen Pilcher-Film oder sowas antun. Der dauert wenigstens nur 90 Minuten. ;-) Note: 4

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