Leider wieder sehr übersichtlich, meine Leseliste für November...
1. Richard Price - Clockers (S. Fischer, 798 Seiten)
Clockers das sind schwarze Dealer, die weiße Klientel 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche beliefern. Hier im Slum, wo die Welt rau ist, steht die Polizei aggressiv daneben, die Stadt resigniert. Bis sich die Spannung wieder in einer Explosion entlädt.
Es gibt 800-seitige Bücher, die man überraschend schnell durch hat. Sie fesseln durch eine spannende Story und bauen eine solche Spannung auf, dass man sie kaum aus der Hand legen kann. Dies alles trifft auf Clockers nicht zu, deswegen habe ich für die fast 800 Seiten auch drei Wochen gebraucht. Warum ich trotzdem durchgehalten und den Wälzer nicht einfach zur Seite gelegt habe? Weil Richard Price seine Geschichte sehr glaubwürdig und authentisch erzählt. Die Erzählperspektiven wechseln sich ab, es gibt zum einen den Dealer Strike und auf der anderen Seite den Cop Rocco. Faszinierend ist, dass es nicht eine einzige sympatische Figur in diesem Buch gibt, dies lässt die ganze Geschichte aber noch realistischer erscheinen. Der Autor macht es dem Leser insgesamt wirklich nicht leicht, durchhalten lohnt sich aber. Note: 2-
2. Linda Castillo - Die Zahlen der Toten (Fischer, 430 Seiten)
Die verstümmelte Leiche der jungen Frau liegt auf einem schneebedeckten Feld. Ihr Mörder hat sie regelrecht abgeschlachtet und ihr eine römische Zahl in den Bauch geritzt. Fassungslos steht Kate Burkholder, die neue Polizeichefin im verschlafenen Painters Mill, Ohio, vor der grausig anmutenden Szenerie. Kann es wahr sein? Ist der, den sie damals den Schlächter nannten, und der vor 16 Jahren mehrere junge Frauen auf bestialische Weise tötete, wieder zurück? Für Kate steht jetzt alles auf dem Spiel: Sie muss den Mörder so schnell wie möglich finden. Doch dann muss sie auch ein Geheimnis preisgeben, das sie ihre Familie und ihren Job kosten könnte.
Größtenteils in sehr kurzen Sätzen aus der Ich-Perspektive der Ermittlerin erzählt, ist der Thriller eher kein literarisches Meisterwerk. Die Personen sind ziemlich stereotyp und die Story auch nicht sooo der Knaller. Teilweise waren mir die Beschreibungen der getöteten Mädchen auch etwas zu detailiert und brutal, aber ich bin auch zart besaitet. :) Trotz allem ist das Buch eine gute Unterhaltung in der S-Bahn gewesen und bekommt deswegen eine 2-.
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