1. Tina Uebel - Last Exit Volksdorf (C.H.Beck, 300 Seiten)
Volksdorf ist ein gutbürgerlicher Stadtteil im Nordosten Hamburgs, idyllisch und grün. In schmucken Einfamilienhäusern leben die Gewinner unserer Gesellschaft und bereiten die Zukunft ihrer Kinder, der nächsten Siegergeneration, liebevoll, homöopathisch, ökologisch und ganzheitlich vor. Aber so ein Viertel kann man auch als «Spießerfreigelände» sehen, so wie Joshua, jugendlicher Punk und Anarchist. Die alternde Klara Voss hingegen, tapfer gegen ihre Demenz ankämpfend, liebt das dörfliche Ambiente dieses Vororts.
Junge, Junge was für ein Buch. Dabei fängt es recht harmlos an. In den recht kurzen Kapiteln wechseln sich die Protagonisten mit kurzen erzählten Augenblicken aus ihrem Leben ab. Da gibt es Natalie, die mit Finn geknutscht hat, Joshua, der für seine Mitschüler nur Verachtung übrig hat, die alte Klara, die mit ihrer Demenz kämpft, die Mütter Iris und Renate, die eine möchte es allen Recht machen, die andere ist auf der Suche nach dem Glück, den Sportlehrer, der auf seine Schülerinnen zu stehen scheint...
Doch nach und nach wird es ernst. Natalie wird auf einer Party von drei Mitschülern mißbraucht, die Fotos davon kursieren an der Schule. Finn erkennt, dass er schwul ist, er wird in der Schule zum Außenseiter und sucht Gleichgesinnte im Internet. Klaras Demenz wird schlimmer, sie schwindet dahin. Joshua verliebt sich in ein Mädchen, seine "Annie Maybe", natürlich geht das auch nicht gut aus. Irgendwann hält man diese ganze Traurigkeit, diese Verzweiflung der Personen, die natürlich immer schön vom heilen Schein des Vororts überdeckt wird, kaum noch aus. "Last Exit Volksdorf" ist ein sehr verstörendes Buch, das man nur schwer jemandem empfehlen kann. Lange habe ich kein Buch mehr gelesen, dass mich danach noch so lange beschäftigt hat. Note 2
2. Adrian McKinty - Der sichere Tod (Suhrkamp, 464 Seiten)
Die Bronx. Harlem. Mehr als 2000 Morde pro Jahr. Nicht gerade das, was Michael Forsythe, illegal aus Belfast eingereist, sich von New York erhofft hat. Aber als Neuling in der street gang des mächtigen Darkey White macht Michael sich gut. Jung, clever, mit wenig Skrupeln, erwirbt er sich schnell Darkeys Vertrauen. Bis er sich mit dessen Freundin einläßt. Was jetzt gegen Michael in Gang gesetzt wird, ist teuflisch – und bedeutet seinen sicheren Tod. Doch Darkey hat Michael unterschätzt: seine Zähigkeit und seinen eisernen Willen, sich an allen zu rächen, die ihn verraten haben.
Note: 2
3. Adrian McKinty - Der schnelle Tod (Suhrkamp, 427 Seiten)
Ein unfreiwilliger Einsatz für den britischen Geheimdienst wird zum Himmelfahrtskommando für Michael Forsythe. Die Terrorzelle, in die er eingedrungen ist, entpuppt sich als ein Haufen sadistischer Killer. Die beste Lösung, aus der Sache wieder rauszukommen, ist zurückzuschlagen. Die zweitbeste ein schneller Tod ... Fünf Jahre im Zeugenschutzprogramm sind eine verdammt lange Zeit. Fünf Jahre Einöde, eine falsche Identität und Dauerüberwachung. Michael Forsythe braucht dringend Abwechslung. Doch was ein entspannter Strandurlaub werden sollte, endet zwischen den Fronten rivalisierender Fußballfans und schließlich im Gefängnis. Eine britische Agentin stellt Michael vor die Wahl: zehn Jahre mexikanische Gefängnishölle oder Undercover-Agent in einer Splittergruppe der IRA. Die Entscheidung fällt Michael nicht schwer. Er schafft es, zum inneren Kreis der Bande vorzudringen. Doch der Einsatz entwickelt sich zu einem Alptraum. Schon bald hat er keine Verbündeten mehr, und ihm wird klar, daß er wieder vor einer Wahl steht: töten oder getötet werden?
Note: 2+
4. Adrian McKinty - Todestag (Suhrkamp, 429 Seiten)
Nach zwölf Jahren auf der Flucht kehrt Michael Forsythe nach Belfast zurück. Er hat vierundzwanzig Stunden Zeit, die entführte Tochter seiner großen Liebe Bridget wiederzufinden. Versagt er, hat er zum letzten Mal versagt ... Michael Forsythe steht mal wieder auf der Abschußliste. Selbst nach zwölf Jahren im Zeugenschutzprogramm stöbern ihn zwei Killer in seinem Versteck in Lima auf. Sie halten ihm eine Knarre an den Kopf und drücken ihm ein Telefon in die Hand. Am anderen Ende der Leitung: Bridget Callaghan, seine große Liebe, die mit ihm noch eine Rechnung offen hat. Um sein Leben zu retten, soll Michael Bridgets entführte Tochter finden. Ihm bleiben dafür vierundzwanzig Stunden. Michael kehrt also in seine Heimat Belfast zurück und taucht in die Unterwelt der Stadt ein. Dort wird er mit einer erschreckenden Wahrheit konfrontiert …
Note: 2-
Die Trilogie um Michael Forsythe läuft bei Suhrkamp unter "Krimi", das passt allerdings nicht hundertprozentig. Die Bücher sind sehr actionreich, recht brutal und ziemlich mitreißend, aber keine Krimis. Rückblickend hat mir der zweite Teil am besten gefallen. Die Story war gut und einigermaßen schlüssig und die Personen sehr interessant. Im ersten Teil haben mich die Vorgriffe auf die Zukunft manchmal gestört und der dritte Teil war etwas arg konstruiert. Insgesamt ist die Trilogie aber sehr lesenswert und - in Hinblick auf Weihnachten - ein gute Geschenkidee für Männer. :)
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