Mittwoch, 5. Mai 2010

"Freies" Wochenende


Freie Wochenenden sind in meinem neuen Job keine Selbstverständlichkeit, sondern eher die Ausnahme. Das hat zur Folge, dass solche Tage gnadenlos mit Programm gefüllt werden um sie optimal zu nutzen. Das letzte Aprilwochenende war ein Paradebeispiel.
Samstag Morgen um 8 Uhr ging es los: Flohmarkt in der Fabrik! Nachdem der letzte Verkauf im Herbst so erfolgreich war und sich nach dem Umzug wieder jede Menge Zeug angesammelt hatte, wollten wir es noch einmal versuchen. Als wir mit unseren vollgepackten Aldi-Einkaufswagen in die Fabrik gepoltert kamen, merkten wir, dass wir etwas spät dran und die anderen mit Aufbauen schon so gut wie fertig waren. Egal. Wir hatten den gleichen Platz wie beim letzten Mal und konnten mit dem Verkauf genauso zufrieden sein wie im letzten Jahr. Ich hatte vorm Umzug gnadenlos meinen Kleiderschrank ausgemistet und durfte mich freuen, dass der große Karton am Ende recht gut geleert war. Als wir uns um 14:30 mit den verliebenen Sachen auf den Rückweg machten, war auf der Bahrenfelder Straße ordentlich was los. Die Anti-Atomkraft-Menschenkette vom AKW Brunsbüttel bis zum AKW Krümmel zog sich genau durch unsere Straße. Die Stimmung war super und wir hätten gerne noch mitgemacht. Bis wir unsere Sachen ins Haus gebracht hatten, war aber leider schon alles wieder vorbei.
Natürlich haben wir noch den obligatorischen "Zu verschenken" Karton vors Haus gestellt. Jetzt haben wir wieder Platz auf dem Dachboden und die neue externe Festplatte finanziert. Gute Sache!
Zum Durchatmen war aber kaum Zeit, stand ab 18:00 schon die "Lange Nacht der Museen" als nächster Programmpunkt an. Wir starteten in der Kunsthalle mit der "Pop Life" Ausstellung, in der Werke von Andy Warhol, Keith Haring, Jeff Koons, Damien Hirst und Takashi Murakami gezeigt werden. Bis dahin hatte ich nicht gewusst, dass Jeff Koons 2003 einen, sagen wir mal, interessanten Entwurf für die Gestaltung des Spielbudenplatzes auf der Reeperbahn hatte. Wenn es nach ihm gegangen wäre, würde der Platz, auf dem jetzt zwei hässliche Bühnen stehen, die nie genutzt werden, SO aussehen. Also ziemlich beknackt, aber immerhin nicht so langweilig wie er letztendlich geworden ist. Die "Pop Life" Ausstellung war auf jeden Fall sehr bunt, sehr interessant und wahnsinnig gut besucht.
Die untergehende Sonne versprach eine schöne Stimmung am Hafen und so waren unsere nächsten Stationen die "Rick Rickmers" und die "Cap San Diego". Besonders spektakulär sind die beiden Schiffe nicht, boten aber schöne Fotomotive und eine tolle Aussicht über den Hafen.
Als nächstes versuchten wir unser Glück im "Miniatur Wunderland". Wie ich schon befürchtet hatte, war dort unglaublich viel los und auf mindestens 25 Minuten Wartezeit hatten wir dann doch keine Lust. Zu Fuß machten wir uns auf den Weg zum "Prototyp Museum" in der Speicherstadt. Unterwegs kamen wir am "Stadtmodell Hamburg" vorbei, auf das wir eigentlich nur einen kurzen Blick werfen wollten. Gerade als wir dort ankamen, ging die letzte Runde eines vom Zeise Kino veranstalteten Poetry Slams los. Ich muss ja gestehen, dass ich noch nie auf einem Poetry Slam war, obwohl Hamburg Deutschlands Poetry Slam Hochburg ist. In den Zeise Kinos finden regelmäßig Slams statt und ich werde mir in der nächsten Zeit mal einen anschauen, konnten mich die beiden Finalisten richtig begeistern. Ach so, das Stadtmodell ist nicht so super interessant, da hauptsächlich das Zentrum und die ach so tolle Hafencity gezeigt werden. Aber immerhin habe ich das jetzt mal gesehen. :) Apropos Hafencity. Ich bin ja kein Freund unseres neuen Stadtteils. Überall diese Glas- und Betonbauten, die in 20 bis 30 Jahren bestimmt furchtbar aussehen werden und alle werden sich fragen "Was haben die sich damals dabei nur gedacht?". Und wie langweilig es sein muss, in einem Stadtteil ohne Geschichte zu wohnen?! Nein danke, ich kann gut damit leben, dass ich mir die Mieten dort eh niemals leisten kann.
Das "Prototyp Museum" fand ich nicht so spannend, obwohl ich Autos an sich ja nicht uninteressant finde. Vielleicht lag es aber auch an meiner Müdigkeit, die sich immer mehr bemerkbar machte. Unsere letzte Station waren somit auch die Deichtorhallen. In die Deichtorhallen gehe ich sehr gerne, aber leider viel zu selten. Wie schon in der Kunsthalle war dort sehr viel los, fast schon zu viel.
Die "Lange Nach der Museen" ist wirklich eine tolle Sache, die ich in den nächsten Jahren sicher noch öfter mitmachen werde.
Am Sonntag Nachmittag waren wir bei einer ehemaligen Kollegin zum Grillen eingeladen. Die Sonne schien und es war unglaublich warm. Perfektes Wetter also um im Garten zu sitzen, zu grillen und Bier zu trinken. Da ich später noch ein Date mit Gisbert zu Knyphausen hatte, konnte ich leider nicht allzu lange bleiben.
Hach ja, der Gisbert. Sein neues Album "Hurra. Hurra. So nicht!" war erst zwei Tage vorher erschienen, hatte sich aber direkt in mein Herz geschossen. Die Vorfreude war dementsprechend groß. Vorm Konzert wurden noch Buttons und Magnete gekauft (Die neuen Shirts sind leider nicht so toll) und hin und her überlegt, ob man die tolle Magnetpinnwand für 20 € braucht. Die Vernunft siegte.. Der Einlass begann erst recht kurz vor Konzertbeginn. Steffi und ich sicherten uns feine Plätze in der ersten Reihe und dann ging es auch schon los. Gisbert war sichtlich aufgeregt, was bei einer Zuschauerwand von 800 Leuten aber auch sehr verständlich war. Große Ansagen sind ja eh nicht seine Stärke, aber das macht ihn nur noch sympatischer. Gespielt wurden fast alle Songs der beiden Alben und das Element of Crime Cover "Wer du bist", das es leider nicht auf das neue Album geschafft hat. Das Konzert war unglaublich schön und hat wirklich alle in seinen Bann gezogen. Nach jedem Lied war das Publikum einige Augenblicke so still, dass man eine Nadel hätte fallen hören können und klatschte danach um so lauter. So ein Publikum würde ich mir öfter wünschen!
Mit diesem wunderschönen Konzert ging ein tolles Wochenende zu Ende. Danke an alle Beteiligten. :)

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