1. Jean-Philippe Toussaint - Das Badezimmer (btb, 128 Seiten)
Ein junger Mann trifft einen folgenreichen Entschluss: Ab jetzt will er sein Leben nur noch in der Badewanne verbringen. Dort liest er Bücher, geht seinen Gedanken nach. Und registriert interessiert, was um ihn herum passiert. Eines Tages reist er überstürzt nach Venedig, was der Beziehung zu seiner Frau aber auch nicht hilft. Also kehrt er wieder zurück. Oder hat er die Badewanne nie verlassen …
Nachdem ich in der letzten Zeit fast ausschließlich Krimis und eher leichtere Unterhaltung gelesen habe, tat ein Buch aus der Kategorie "eher anspruchsvoll" mal wieder sehr gut. Schöne Sprache, eine etwas schräge Geschichte und feiner Humor. Note: 2+
2. Jean-Philippe Toussaint - Sich lieben (btb, 160 Seiten)
Ein Paar in Tokio, ein anonymes Hotelhochhaus in der schlafenden Stadt. Sie wollen sich trennen. Er, der namenlose Erzähler, der stets ein Fläschchen mit Salzsäure bei sich trägt. Sie, die ewig weinende Marie, erfolgreiche französische Modeschöpferin, die in Tokio eine Ausstellung vorbereitet. Sie lieben sich zum letzten Mal. Wirklich das letzte Mal? Es braucht Zeit, um den Menschen nicht mehr zu lieben, den man nicht mehr liebt …
Da mir "Das Badezimmer" so gut gefallen hat, bin ich gleich bei dem Autor geblieben - den Bücherhallen sei Dank! :) "Sich lieben" ist um einiges trauriger und deprimierender als das "Badezimmer", aber alles andere wäre bei dem Thema auch Fehl am Platz. Höchst interessant fand ich das Fläschen mit Salzsäure, das der Erzähler immer bei sich trägt. Es taucht immer wieder kurz auf und - so viel sei verraten - wird am Ende auch noch benutzt... Note: 2+
3. Jean-Philipe Toussaint - Fliehen (btb, 176 Seiten)
Marie und der namenlose Erzähler haben in Toussaints letztem Roman „Sich lieben“ versucht, sich zu trennen. Nun sucht er sein Heil in der Fremde und reist nach Shanghai, wo er sich in amouröse Verwicklungen verstrickt – kann er vor seiner Liebe, vor Marie fliehen? Ein einziger Anruf wird alles ändern …
"Fliehen" ist der zweite Band der Trilogie um Marie und den namenlosen Erzähler und hat mir leider nicht mehr ganz so gut gefallen wie die beiden vorherigen Bücher des Autors. Die Reise nach China war recht merkwürdig, der Schreibstil des Autors aber immer noch toll. Wen ich den dritten Band (Die Wahrheit über Marie) mal in den Bücherhallen ergattern kann, werde ich ihn sicher mitnehmen. Ansonsten habe ich erstmal genug Toussaint gelesen. :) Note: 3
4. Julia Albrecht / Corinnna Ponto - Patentöchter: Im Schatten der RAF - ein Dialog (Kiepenheuer & Witsch, 240 Seiten)
Ein bewegendes Buch aus der Sicht von zwei Frauen, deren Familien einst eng miteinander verbunden waren und die durch den Mord an Jürgen Ponto auseinandergerissen worden sind. Die Autorinnen werfen einen neuen Blick auf die - bis heute hauptsächlich von Außenstehenden gedeutete - Geschichte der RAF, die Rolle der Täter und die Wunden, die ihre Taten geschlagen haben. 30. Juli 1977: Jürgen Ponto empfängt Susanne Albrecht, die Tochter seines Jugendfreundes Hans-Christian Albrecht, in seinem Haus in Oberursel. Ihre Begleiter Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar schießen auf Jürgen Ponto. Corinna, seine Tochter, ist zu diesem Zeitpunkt zwanzig Jahre alt, Julia, Susannes Schwester, dreizehn Jahre. Nach dem Mord war das Band zwischen den Familien durchschnitten. 30 Jahre danach nimmt Julia Albrecht - die Patentochter von Jürgen Ponto - Kontakt auf zu Corinna Ponto - der Patentochter von Hans-Christian Albrecht. Ein Briefwechsel entspinnt sich, eine erste Begegnung findet statt. Im Mittelpunkt ihres Buches stehen die Geschichte der RAF und der Umgang damit, die Fragen nach Schuld und den Hintergründen der Täterschaft, nach den Möglichkeiten von Aufarbeitung und Versöhnung. Und beide Frauen tauschen sich darüber aus, wie man mit den eigenen Kindern über diesen Teil der deutschen Geschichte spricht, der doch auch Teil der Geschichte ihrer Familien ist. - Täter und Opfer der RAF - der erste Dialog von Angehörigen beider Seiten.
Alle Bücher, die ich bisher zum Thema RAF gelesen habe, befassten sich ausschließlich mit den Tätern. Hier kommen nun die Familien der Opfer zu Wort. Corinna Ponto und Julia Albrecht erzählen, wie der Mord an Corinnas Vater ihr Leben verändert haben und wie sie gelernt haben mit den Folgen zu leben. Sehr lesenswert! Note: 1
5. Nele Neuhaus - Wer Wind sät (Ullstein, 560 Seiten)
Ein Nachtwächter stürzt zu Tode. Ein Grundstück im Taunus, das plötzlich zwei Millionen Euro wert ist, kostet einen alten Mann das Leben. Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein ermitteln im Kreise von Verdächtigen, die alle vorgeblich für eine gute Sache kämpfen. Doch jeder von ihnen hat sein eigenes Motiv - nichts ist, wie es scheint. Bis die Lügengebäude einstürzen. Rachsucht und Gier offenbar werden. Liebe in Hass umschlägt und Menschen büßen müssen.
So, endlich mal wieder ein Krimi zum Weglesen. Wahnsinnig raffiniert sind Nele Neuhaus Geschichten eigentlich nicht, es gibt auch wieder sehr viele handelnde Personen. Insgesamt habe ich mich aber gut unterhalten gefühlt und mehr erwarte ich von einem Krimi gar nicht. Note: 2
6. Tana French - Totengleich (Fischer, 783 Seiten)
Am Anfang kam ich nicht so richtig in das Buch rein und war aufgrund der Seitenzahl schon drauf und dran, es abzubrechen, habe es aber zum Glück nicht getan. Nachdem Cassie in die Rolle von Lexie geschlüpft und zu deren Mitbewohnern gezogen ist, wird es mehr oder weniger spannend. Die Story ist natürlich höchst unrealistisch und ein Krimi ist das Buch eigentlich auch nicht. Insgesamt hätten dem Buch ca. 200 Seiten weniger ganz gut getan, empfehlenswert ist aber auf jeden Fall. Note: 2
Abgebrochen habe ich: Jan Wallentin - Strindbergs Stern (S. Fischer, 512 Seiten)
So, endlich mal wieder ein Krimi zum Weglesen. Wahnsinnig raffiniert sind Nele Neuhaus Geschichten eigentlich nicht, es gibt auch wieder sehr viele handelnde Personen. Insgesamt habe ich mich aber gut unterhalten gefühlt und mehr erwarte ich von einem Krimi gar nicht. Note: 2
6. Tana French - Totengleich (Fischer, 783 Seiten)
Als die junge Polizistin Cassie Maddox in ein verfallenes Cottage außerhalb von Dublin gerufen wird, schaut sie ins Gesicht des Todes wie in einen Spiegel: Die Ermordete gleicht ihr bis aufs Haar. Wer ist diese Frau? Wer hat sie niedergestochen? Und hätte eigentlich Cassie selbst sterben sollen? Keine Spuren und Hinweise sind zu finden, und bald bleibt nur eine Möglichkeit: Cassie Maddox muss in die Haut der Toten schlüpfen, um den Mörder zu finden. Ein ungeheuerliches Spiel beginnt.
Am Anfang kam ich nicht so richtig in das Buch rein und war aufgrund der Seitenzahl schon drauf und dran, es abzubrechen, habe es aber zum Glück nicht getan. Nachdem Cassie in die Rolle von Lexie geschlüpft und zu deren Mitbewohnern gezogen ist, wird es mehr oder weniger spannend. Die Story ist natürlich höchst unrealistisch und ein Krimi ist das Buch eigentlich auch nicht. Insgesamt hätten dem Buch ca. 200 Seiten weniger ganz gut getan, empfehlenswert ist aber auf jeden Fall. Note: 2
Abgebrochen habe ich: Jan Wallentin - Strindbergs Stern (S. Fischer, 512 Seiten)
In der verlassenen und gefluteten Mine von Falun findet ein schwedischer Taucher ein geheimnisvolles Artefakt, ein kunstvoll gefertigtes Kreuz. Kurze Zeit später wird er tot aufgefunden und es beginnt eine atemlose Jagd nach dem Kreuz durch ganz Europa.Die Spur führt zurück zu einer mysteriösen Polarexpedition im Jahr 1897, zur Verschwörung einer Sekte und reicht bis in die Gegenwart. Die Jagd hat nur ein Ziel: Dem rätselhaften Kreuz seine magischen Kräfte zu entlocken ...
Ähm ja, was mich geritten hat, dieses Buch auszuleihen wird wohl immer unklar bleiben. Ebenso was es mit dem merkwürdigen Kreuz auf sich hat. Und es ist mir so egal!
Ähm ja, was mich geritten hat, dieses Buch auszuleihen wird wohl immer unklar bleiben. Ebenso was es mit dem merkwürdigen Kreuz auf sich hat. Und es ist mir so egal!
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