3 sehr tolle Bücher und ein sehr doofes habe ich im Juli gelesen:
1. Christoph Peters - Mitsukos Restaurant (btb, 416 Seiten)
Solange sie sich erinnern können, sind die beiden Freunde Achim und Wolf Japan- Fans. Da entdecken sie eines Tages in einem rustikalen Vereinsheim am Mittelrhein ein japanisches Spitzenrestaurant. Und dessen geheimnisvolle Chefin Mitsuko. Eine subtil komische Geschichte über die schwärmerische Suche nach strenger Schönheit, purem Genuss und dem ganz Anderen in Gestalt einer Frau nimmt ihren Lauf …
Eigentlich verlaufe ich mich in den Bücherhallen nicht in die "Frauen/Liebesromanabteilung". Bei meinem letzten Besuch war leider kein Buch von meiner Liste vorrätig und auch sonst sprang mir nichts in die Augen. Also doch mal in besagte Abteilung, vielleicht läuft mir da ja doch etwas Lesenwertes über den Weg. Und tatsächlich! "Mitsukos Restaurant" liest sich toll, die Hauptperson Achim wächst dem Leser sehr ans Herz und nebenbei erfährt man einiges über die japanische (Tee-)kultur. Nur sollte ich den Bücherhallen mal sagen, dass sie das Buch in die falsche Abteilung gestellt haben. Eine klassische Liebesgeschichte ist es nämlich eigentlich nicht, ohne zu viel verraten zu wollen. :) Note: 2
2. Terézia Mora - Der letzte Mann auf dem Kontinent (btb, 384 Seiten)
„Der einzige Mann auf dem Kontinent“ erzählt eine Woche im Leben von Darius Kopp. Er ist Anfang vierzig, verheiratet und einziger Vertreter einer US-amerikanischen Firma für drahtlose Netzwerke. Darius sieht sich als Gewinner der neuen Zeit. Er stammt aus der DDR, war als Informatiker nach deren Zusammenbruch ein gefragter Mann und legt Wert darauf, ein zufriedener Mensch zu sein. In letzter Zeit laufen die Geschäfte allerdings mehr schlecht als recht. Eines Tages lässt ein säumiger Kunde eine Pappschachtel mit Geld in seinem Büro liegen. In der Folge versucht Darius Kopp vergeblich, einen seiner Chefs in London oder Los Angeles zu erreichen, um zu beraten, was mit dem Geld geschehen soll. Fast scheint es, als gebe es die Firma überhaupt nicht mehr. Darius Kopp leidet zunehmend unter dem Verlust seiner Sicherheiten, doch er kann dies weder sich gegenüber zugeben, noch will er Flora, seine hypersensible Frau, damit belasten. Denn Flora findet sich in ihrem Leben nur schwer zurecht. Nicht nur in seinem Beruf, muss Darius schließlich erkennen, kämpft er um das nackte Überleben, auch seine Ehe, die Liebe seines Lebens, droht vor dem Aus zu stehen.
Großartig. Mein erstes Buch von Terézia Mora, aber ganz sicher nicht das letzte. Der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig, man liest quasi einen ewigen Gedankenstrom von Darius Kopp. Wenn man sich daran gewöhnt hat, macht das Lesen aber sehr viel Spaß. Darius ist ein Meister der Prokastrination, lenkt sich mit Cappuccino mit Extrazucker von der Arbeit ab und dehnt seine Mittagspausen, in denen er sich mit Kunden oder Freunden trifft, gerne etwas aus. Den letzten Monat hat er eigentlich gar nicht gearbeitet, sondern mit seinem Kumpel Juri den Sommer und das Leben genossen. Merkt ja keiner! Wer würde sich darin nicht wieder erkennen? Note: 1
3. Sebastian Fitzek - Der Augensammler (Knaur, 464 Seiten)
Erst tötet er die Mutter, dann verschleppt er das Kind und gibt dem Vater 45 Stunden Zeit für die Suche. Das ist seine Methode. Nach Ablauf der Frist stirbt das Opfer in seinem Versteck. Doch damit ist das Grauen nicht vorbei: Den aufgefundenen Leichen fehlt jeweils das linke Auge. Bislang hat der »Augensammler« keine brauchbare Spur hinterlassen. Da meldet sich eine mysteriöse Zeugin: Alina Gregoriev, eine blinde Physiotherapeutin, die behauptet, durch bloße Körperberührungen in die Vergangenheit ihrer Patienten sehen zu können. Und gestern habe sie womöglich den Augensammler behandelt …
Mein erstes Buch von Sebastian Fitzek und ganz sicher mein letztes. Mei, was für ein Schmarrn. Hätte meine Kollegin es nicht empfohlen und geliehen, wäre ich eh nicht auf die Idee gekommen, es zu lesen. Die immer wieder billig erzeugte Spannung a la "Sie ahnte noch nicht, dass sie diesen Fehler bald bereuen sollte..." hat mich irgendwann so genervt, dass ich nicht mal mehr das Ende spannend fand. Dazu die blinde Zeugin mit ihren übersinnlichen Fähigkeiten, der überflüssige One Night Stand mit der männlichen Hauptperson, och nö! Hätte ich nicht einen Großteil während der Arbeit gelesen *hust*, würde ich mich über die verschenkte Lebenszeit ärgern. Note: 5
4. Jussi Adler Olsen - Erlösung (dtv, 587 Seiten)
Der Hilfeschrei im Inneren einer verwitterten Flaschenpost blieb jahrelang unentdeckt. Dann landet die Botschaft im Sonderdezernat Q für unaufgeklärte Fälle. Ihre mühsame Entzifferung führt Carl Mørck und seinen Assistenten Assad auf die Spur eines entsetzlichen Verbrechens: Der Hilfeschrei, mit menschlichem Blut geschrieben, ist offenbar das letzte Lebenszeichen zweier Jungen, die Jahre zuvor entführt worden waren. Doch wer sind diese Jungen? Warum haben ihre Eltern nie eine Vermisstenanzeige aufgegeben? Sind sie womöglich noch am Leben? Bald steht fest: der Täter läuft noch immer frei herum …
Der dritte Band der Reihe um Carl Mørck und seine beide Assistenten Assad und Rose war wieder sehr spannend und fesselnd. Neben dem Fall, der dieses Mal im Umfeld diverser dänischer Sekten spielt, lebt das Buch von den etwas merkwürdigen, aber sehr liebenswerten Charakteren. Die recht schnodderig geschriebenem Carl Mørck Kapitel sind vom Stil her manchmal ein bißchen nervig, das mag aber auch an der Übersetzung liegen. Assad wirft nach wie vor Rätsel auf und Rose wird zwischendurch von ihrer "Schwester" Yrsa vertreten. Ich bin gespannt und freue mich auf den vierten Band, wann auch immer er erscheinen wird.... Note: 2+
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