Montag, 2. Januar 2012

Nina hat im Dezember gelesen...

1. Clemens Meyer - Die Nacht, die Lichter (Fischer, 265 Seiten)

Er setzt alles auf eine Karte, der Hundebesitzer, der auf der Rennbahn sein Geld verwettet, um eine teure OP zahlen zu können. Sie will es allen zeigen, die junge Frau, und sich vom Flüchtlingsschiff in die erste Liga hochboxen. Sie reden eine Nacht lang, der junge Mann und eine alte Freundin, haben einander zufällig wiedergetroffen, sie denkt vielleicht an ein gemeinsames Leben, doch er weiß, dass es anders kommen wird. Clemens Meyer erzählt von der Hoffnung, einmal im Leben den großen Gewinn einzustreichen, von dem Willen, etwas aus sich zu machen, und der verpassten Liebe. Seine Geschichten spielen in der stillen Wohnung, in der Lagerhalle und am Fluss. Seine Helden sind dem Leben ausgesetzt, es sind die Heimatlosen und Träumer, die die nächtliche Stadt durchstreifen.

Eins haben sie alle gemeinsam: Die 16 Kurzgeschichten spielen fast überwiegend Nachts und erzeugen eine traurige Stimmung. Clemens Meyers Personen stehen nicht gerade auf der Gewinnerseiter, aber gerade das macht sie sympatisch und glaubwürdig. Gut gefallen haben mir auch immer wiederkehrende Elemente wie der summende (oder, weil der Strom abgestellt wurde, eben nicht mehr summende) Kühlschrank und der 27 Stock, von dem aus man die Nacht und ihre Lichter sieht. Nicht alle Geschichten haben mir gleich gut gefallen, aber die Herausragenden machen die Schwächeren wett. Note: 2

2. Joseph O'Neill - Niederland (Rowohlt, 314 Seiten)

Inmitten der Hysterie nach dem 11. September sucht der holländische Bankier Hans van den Broek nach einem neuen Leben in einer erschütterten Stadt. Er ist einsam, lebt verlassen von Frau und Kind unter den exzentrischen Gestalten im legendären Chelsea Hotel. Doch dann lernt er Chuck Ramkisson kennen, einen dunkelhäutigen Westinder. Chuck ist einer der wenigen, die den Amerikanischen Traum noch ungebrochen träumen und ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Mit ihm macht Hans sich auf, ein ihm gänzlich unbekanntes New York zu entdecken, und eine ungewöhnliche Freundschaft beginnt.

Joseph O'Neill nimmt den Leser mit in traumatisierte Post-9/11 New York. Nach den Anschlägen auf das World Trade Center lebt Hans mit seiner Familie im Chelsea Hotel. Seine Frau hält es allerdings in New York (und mit Hans) nicht mehr aus und geht zurück nach London. Hans bleibt mit den ganzen skurillen Bewohnern des Hotels zurück und verbringt seine Freizeit mit Cricket spielen. Durch das Cricket lernt er auch Chuck kennen, der ein komplett anderes Leben als Hans führt und dennoch (oder gerade deswegen?) seine wichtigste Bezugsperson wird.
Abgesehen von den zu langen und zu ausführlichen Cricket Beschreibungen ist "Niederland" ein toller Roman. Note: 2-

3. Gisa Klönne - Nichts als Erlösung (Ullstein, 352 Seiten)

Ein Toter ohne Gesicht mitten in der Kölner Altstadt. Die Ermittlungen führen Hauptkommissarin Judith Krieger in die Vergangenheit. Zu einer Familientragödie. Und zu einem Kinderheim, dessen Wurzeln bis in die NS-Zeit reichen. Ist der Täter ein ehemaliges Heimkind? Ist Rache sein Motiv? Schon bald fordert er Judith Krieger zu einem perfiden Wettkampf heraus. Ein eindringlicher und rasant erzählter Kriminalroman über ein lange verschwiegenes Kapitel der deutschen Geschichte.

Endlich weiß ich, wie es ist sich auf den neuesten Band einer Lieblingskrimiserie zu freuen! In ihrem fünften Fall ermitteln Judith Krieger und Manni Korzilius in einem rätselhaften Mordfall. Die Familie des Toten wurde vor 20 Jahren ermordet, der Täter nie gefasst. Wer hat nun nach so vielen Jahren den Sohn getötet? Der Täter scheint den Ermittlern immer einen Schritt vorauszusein, schickt er doch Judith Krieger fast täglich rätselhafte Fotos...
Gut gefallen haben mir die verschiedenen Erzählperspektiven. Die Auflösung kommt letztendlich relativ unspektakulär daher, aber Gisa Klönne hat mich wieder gut unterhalten. :) Note: 2+

4. Charlotte Link - Der Beobachter (Blanvalet, 651 Seiten)

Er beobachtet das Leben wildfremder Frauen. Träumt sich an ihre Seite, in ihren Alltag. Identifiziert sich mit ihnen und will alles von ihnen wissen. Als Beobachter. Auf der Flucht vor seinem eigenen Dasein, das aus Misserfolgen besteht. Nur aus der Ferne liebt er die schöne Gillian Ward. Die beruflich erfolgreiche Frau, glücklich verheiratet, Mutter einer reizenden Tochter, wird von ihm über die Maßen idealisiert. Bis er zu seinem Entsetzen erkennt, dass er auf eine Fassade hereingefallen ist. Denn nichts ist so, wie es scheint. Gleichzeitig schreckt eine Mordserie die Menschen in London auf. Die Opfer: alleinstehende Frauen. Auf eine rachsüchtige, sadistische Weise umgebracht. Die Polizei sucht einen Psychopathen. Einen Mann, der Frauen hasst.

Ich habe schon lange keinen Roman von Charlotte Link mehr gelesen und hatte Lust auf ein Kann-man-einfach-so-weglesen-Buch. Da ist man bei Frau Link ja immer gut aufgehoben und auch dieses Mal wurden meine Erwartungen nicht enttäuscht. Ein paar Längen hat "Der Beobachter" zwar, ist ingesamt aber ziemlich spannend. Was ich bei solchen Romanen allerdings nicht so gerne mag ist, wenn schon 150 Seiten vor Schluss der Täter feststeht und man sich fragt: Und was soll jetzt noch alles passieren? Natürlich gerät dann immer noch die Hauptperson in Lebensgefahr, in den meisten Fällen, eben weil sie dem Täter auf die Schliche gekommen ist. Aber da will ich mal nicht so sein und vergebe für die gute, leichte Unterhaltung eine 2+.

5. Morgan Callan Rogers - Rubinrotes Herz, eisblaue See (Knaur, 427 Seiten)

Ein Fischerdorf in Maine in den sechziger Jahren. Hier lebt die junge Florine geborgen bei ihren Eltern und Großeltern – bis ihre geliebte Mutter Carlie von einem Tag auf den anderen verschwindet. Auf einmal ist für Florine nichts mehr wie vorher, alle Nachforschungen führen ins Nichts, und die Frage, ob Carlie tot ist oder freiwillig ihr Zuhause verließ, wird Florine in den nächsten Jahren nicht mehr loslassen. Dass das Leben um sie herum weitergeht, empfindet sie als Zumutung: Ihr Vater nähert sich seiner Jugendliebe wieder an, ihre Großmutter altert zusehends, und ihr bester Freund interessiert sich nur noch für seine neue Freundin. Anrührend und schlagfertig erzählt Florine vom Erwachsenwerden und davon, was es heißt, sich selbst treu zu bleiben.

Man sollte sich von dem etwas kitschigem Cover nicht abschrecken lassen, denn dahinter erwartet einen ein wundervoller Roman. Die Geschichte ist eigentlich sehr traurig und sie bleibt es auch das ganze Buch über, aber die Autorin erschafft eine so tolle Stimmung, dass man das Buch trotzdem als schön empfindet. Beim Lesen hat man das kleine Örtchen The Point, in dem jeder alles über alle weiß, und seine Bewohner sofort vor Augen. Die liebenswerten Charaktere wachsen einem beim Lesen ans Herz und wenn dann einer von ihnen stirbt...hach. Auf jeden Fall empfehlenswert! Note: 1

6. Herman Koch - Sommerhaus mit Swimmingpool (Kiepenheuer & Witsch, 345 Seiten)

Marc Schlosser ist Hausarzt in Amsterdam. Als einer seiner Patienten, der berühmte Schauspieler Ralph Meier, stirbt, muss er sich wegen eines möglichen Kunstfehlers vor der Ärztekammer verantworten. Doch war es wirklich ein Kunstfehler? Oder hat das alles vielleicht mit den Geschehnissen im Ferienhaus zu tun, in dem beide Familien den letzten Sommer verbrachten? Zwei heranwachsende Töchter hat Marc Schlosser, Lisa und Julia. Und eine attraktive Frau, Caroline. Als sein Patient Ralph Meier, selbst verheiratet und Vater zweier jugendlicher Söhne, ihn und seine Familie einlädt, sie im Sommer ein paar Tage in ihrem Ferienhaus in Frankreich zu besuchen, klingt das zunächst wie eine gute Idee. Erst jetzt, nach Ralphs Tod, anderthalb Jahre nach den gemeinsamen Urlaubstagen, treten die Verwerfungen zwischen den beiden Familien allmählich zu Tage, und der Leser fiebert atemlos jeder weiteren Enthüllung entgegen.

Ähnlich wie in seinem ersten Roman "Angerichtet", bekommt der Leser die Informationen zu dem Geschehenen nur häppchenweise. Erst wird man auf eine falsche Fährt geführt und erst nach und nach versteht man alle Zusammenhänge. Mit Marc Schlosser hat Herman Koch eine Figur erfunden, die man als Leser von Anfang an mehr verachtet als sympatisch findet, und die man doch nicht so leicht verurteilen kann. Hätte man in einer vergleichbaren Situation vielleicht auch so gehandelt? Insgesamt hat mir "Sommerhaus mit Swimmingpool" nicht ganz so gut gefallen wie "Angerichtet", aber es ist auf jeden Fall ein Buch, das man in Erinnerung behält. Note: 2-

Sonntag, 4. Dezember 2011

Nina hat im November gelesen...

Leider wieder sehr übersichtlich, meine Leseliste für November...

1. Richard Price - Clockers
(S. Fischer, 798 Seiten)

Clockers das sind schwarze Dealer, die weiße Klientel 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche beliefern. Hier im Slum, wo die Welt rau ist, steht die Polizei aggressiv daneben, die Stadt resigniert. Bis sich die Spannung wieder in einer Explosion entlädt.

Es gibt 800-seitige Bücher, die man überraschend schnell durch hat. Sie fesseln durch eine spannende Story und bauen eine solche Spannung auf, dass man sie kaum aus der Hand legen kann. Dies alles trifft auf Clockers nicht zu, deswegen habe ich für die fast 800 Seiten auch drei Wochen gebraucht. Warum ich trotzdem durchgehalten und den Wälzer nicht einfach zur Seite gelegt habe? Weil Richard Price seine Geschichte sehr glaubwürdig und authentisch erzählt. Die Erzählperspektiven wechseln sich ab, es gibt zum einen den Dealer Strike und auf der anderen Seite den Cop Rocco. Faszinierend ist, dass es nicht eine einzige sympatische Figur in diesem Buch gibt, dies lässt die ganze Geschichte aber noch realistischer erscheinen. Der Autor macht es dem Leser insgesamt wirklich nicht leicht, durchhalten lohnt sich aber. Note: 2-


2. Linda Castillo - Die Zahlen der Toten (Fischer, 430 Seiten)

Die verstümmelte Leiche der jungen Frau liegt auf einem schneebedeckten Feld. Ihr Mörder hat sie regelrecht abgeschlachtet und ihr eine römische Zahl in den Bauch geritzt. Fassungslos steht Kate Burkholder, die neue Polizeichefin im verschlafenen Painters Mill, Ohio, vor der grausig anmutenden Szenerie. Kann es wahr sein? Ist der, den sie damals den Schlächter nannten, und der vor 16 Jahren mehrere junge Frauen auf bestialische Weise tötete, wieder zurück? Für Kate steht jetzt alles auf dem Spiel: Sie muss den Mörder so schnell wie möglich finden. Doch dann muss sie auch ein Geheimnis preisgeben, das sie ihre Familie und ihren Job kosten könnte.

Größtenteils in sehr kurzen Sätzen aus der Ich-Perspektive der Ermittlerin erzählt, ist der Thriller eher kein literarisches Meisterwerk. Die Personen sind ziemlich stereotyp und die Story auch nicht sooo der Knaller. Teilweise waren mir die Beschreibungen der getöteten Mädchen auch etwas zu detailiert und brutal, aber ich bin auch zart besaitet. :) Trotz allem ist das Buch eine gute Unterhaltung in der S-Bahn gewesen und bekommt deswegen eine 2-.

Mittwoch, 9. November 2011

Nina hat im Oktober gelesen...

1. Tina Uebel - Last Exit Volksdorf (C.H.Beck, 300 Seiten)

Volksdorf ist ein gutbürgerlicher Stadtteil im Nordosten Hamburgs, idyllisch und grün. In schmucken Einfamilienhäusern leben die Gewinner unserer Gesellschaft und bereiten die Zukunft ihrer Kinder, der nächsten Siegergeneration, liebevoll, homöopathisch, ökologisch und ganzheitlich vor. Aber so ein Viertel kann man auch als «Spießerfreigelände» sehen, so wie Joshua, jugendlicher Punk und Anarchist. Die alternde Klara Voss hingegen, tapfer gegen ihre Demenz ankämpfend, liebt das dörfliche Ambiente dieses Vororts.

Junge, Junge was für ein Buch. Dabei fängt es recht harmlos an. In den recht kurzen Kapiteln wechseln sich die Protagonisten mit kurzen erzählten Augenblicken aus ihrem Leben ab. Da gibt es Natalie, die mit Finn geknutscht hat, Joshua, der für seine Mitschüler nur Verachtung übrig hat, die alte Klara, die mit ihrer Demenz kämpft, die Mütter Iris und Renate, die eine möchte es allen Recht machen, die andere ist auf der Suche nach dem Glück, den Sportlehrer, der auf seine Schülerinnen zu stehen scheint...
Doch nach und nach wird es ernst. Natalie wird auf einer Party von drei Mitschülern mißbraucht, die Fotos davon kursieren an der Schule. Finn erkennt, dass er schwul ist, er wird in der Schule zum Außenseiter und sucht Gleichgesinnte im Internet. Klaras Demenz wird schlimmer, sie schwindet dahin. Joshua verliebt sich in ein Mädchen, seine "Annie Maybe", natürlich geht das auch nicht gut aus. Irgendwann hält man diese ganze Traurigkeit, diese Verzweiflung der Personen, die natürlich immer schön vom heilen Schein des Vororts überdeckt wird, kaum noch aus. "Last Exit Volksdorf" ist ein sehr verstörendes Buch, das man nur schwer jemandem empfehlen kann. Lange habe ich kein Buch mehr gelesen, dass mich danach noch so lange beschäftigt hat. Note 2

2. Adrian McKinty - Der sichere Tod (Suhrkamp, 464 Seiten)

Die Bronx. Harlem. Mehr als 2000 Morde pro Jahr. Nicht gerade das, was Michael Forsythe, illegal aus Belfast eingereist, sich von New York erhofft hat. Aber als Neuling in der street gang des mächtigen Darkey White macht Michael sich gut. Jung, clever, mit wenig Skrupeln, erwirbt er sich schnell Darkeys Vertrauen. Bis er sich mit dessen Freundin einläßt. Was jetzt gegen Michael in Gang gesetzt wird, ist teuflisch – und bedeutet seinen sicheren Tod. Doch Darkey hat Michael unterschätzt: seine Zähigkeit und seinen eisernen Willen, sich an allen zu rächen, die ihn verraten haben.
Note: 2


3. Adrian McKinty - Der schnelle Tod (Suhrkamp, 427 Seiten)

Ein unfreiwilliger Einsatz für den britischen Geheimdienst wird zum Himmelfahrtskommando für Michael Forsythe. Die Terrorzelle, in die er eingedrungen ist, entpuppt sich als ein Haufen sadistischer Killer. Die beste Lösung, aus der Sache wieder rauszukommen, ist zurückzuschlagen. Die zweitbeste ein schneller Tod ... Fünf Jahre im Zeugenschutzprogramm sind eine verdammt lange Zeit. Fünf Jahre Einöde, eine falsche Identität und Dauerüberwachung. Michael Forsythe braucht dringend Abwechslung. Doch was ein entspannter Strandurlaub werden sollte, endet zwischen den Fronten rivalisierender Fußballfans und schließlich im Gefängnis. Eine britische Agentin stellt Michael vor die Wahl: zehn Jahre mexikanische Gefängnishölle oder Undercover-Agent in einer Splittergruppe der IRA. Die Entscheidung fällt Michael nicht schwer. Er schafft es, zum inneren Kreis der Bande vorzudringen. Doch der Einsatz entwickelt sich zu einem Alptraum. Schon bald hat er keine Verbündeten mehr, und ihm wird klar, daß er wieder vor einer Wahl steht: töten oder getötet werden?
Note: 2+


4. Adrian McKinty - Todestag (Suhrkamp, 429 Seiten)

Nach zwölf Jahren auf der Flucht kehrt Michael Forsythe nach Belfast zurück. Er hat vierundzwanzig Stunden Zeit, die entführte Tochter seiner großen Liebe Bridget wiederzufinden. Versagt er, hat er zum letzten Mal versagt ... Michael Forsythe steht mal wieder auf der Abschußliste. Selbst nach zwölf Jahren im Zeugenschutzprogramm stöbern ihn zwei Killer in seinem Versteck in Lima auf. Sie halten ihm eine Knarre an den Kopf und drücken ihm ein Telefon in die Hand. Am anderen Ende der Leitung: Bridget Callaghan, seine große Liebe, die mit ihm noch eine Rechnung offen hat. Um sein Leben zu retten, soll Michael Bridgets entführte Tochter finden. Ihm bleiben dafür vierundzwanzig Stunden. Michael kehrt also in seine Heimat Belfast zurück und taucht in die Unterwelt der Stadt ein. Dort wird er mit einer erschreckenden Wahrheit konfrontiert …
Note: 2-


Die Trilogie um Michael Forsythe läuft bei Suhrkamp unter "Krimi", das passt allerdings nicht hundertprozentig. Die Bücher sind sehr actionreich, recht brutal und ziemlich mitreißend, aber keine Krimis. Rückblickend hat mir der zweite Teil am besten gefallen. Die Story war gut und einigermaßen schlüssig und die Personen sehr interessant. Im ersten Teil haben mich die Vorgriffe auf die Zukunft manchmal gestört und der dritte Teil war etwas arg konstruiert. Insgesamt ist die Trilogie aber sehr lesenswert und - in Hinblick auf Weihnachten - ein gute Geschenkidee für Männer. :)

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Spiekeroog

Mit meinem Urlaub hatte ich dieses Jahr bis jetzt einfach nur Pech. Nicht nur, dass ich nie länger als eine Woche am Stück frei hatte, nein, das Wetter war immer mies, wirklich immer! Seit langem war zum Glück schon angedacht, Ende September irgendwo hin zu fliegen/fahren, wo man nochmal richtig schön die Sonne genießen kann. Tja, und dann kam der Umzug und unsere leider etwas unkooperativen Vermieter, die unseren vorgeschlagenen Nachmieter aus unerfindlichen Gründen nicht so toll fanden wie wir. Haben wir also schön 2 Monate doppelte Miete gezahlt. Und die alte Waschmaschine ist auch noch gestorben. Tschüss, Urlaub!
Ein klitzekleiner Kurzurlaub war zum Glück noch drin. Die Wahl fiel auf Spiekeroog. Lukasz war noch nie auf einer Ostfriesischen Insel und ich habe ja sowieso immer Nordseesehnsucht.

So haben wir also drei wunderschöne Tage auf dieser muggeligen Insel verbracht. Die Sonne hat sich die größte Mühe gegeben, den miesen Sommer wieder wett zu machen, das Meer war da (oder auch mal nicht) und diese Ruhe! Außer uns hielten sich nur Rentner, Familien mit ganz kleinen Kindern und zwei Schulklassen auf der Insel auf, so dass es wirklich extrem entspannt war und wir es uns richtig gut gehen lassen konnten.
Hier ein paar Beweise... :)








Mittwoch, 5. Oktober 2011

Nina hat im August und September gelesen...

Aufgrund des Umzugs habe ich im August nicht sehr viel gelesen. Im September war dann ein richtig dickes Buch Schuld an meiner schlechten Bilanz, so dass ich die beiden Monate mal wieder in einem Post zusammenfasse...

1. Matt Haig - Die Radleys (Kiepenheuer & Witsch, 424 Seiten)

Lernen Sie die Radleys kennen, eine total verbissene Familie. Auf den ersten Blick wirken sie wie eine ganz normale Familie: Vater Peter ist Arzt, Mutter Helen kümmert sich um die beiden pubertierenden Kinder Clara und Rowan. Doch warum erstickt Peter fast am thailändischen Salat, warum nimmt jedes Tier vor Clara Reißaus und warum kann Rowan nachts nicht schlafen und hat trotz Lichtschutzfaktor 60 Probleme mit der Haut? Das Geheimnis der Radleys ist so unfassbar wie offensichtlich: Sie sind abstinente Vampire!

Die Grundidee, dass eine Vampirfamilie versucht, möglichst unauffällig und angepasst in der Vorstadt zu leben, ist ja ganz witzig. Nur konnte sich der Autor meiner Meinung nach nicht so richtig entscheiden, ob er eine lustige, oder eine dramatische Geschichte schreiben wollte und so wirkt das Buch etwas unausgegoren. Ganz nette Lektüre für zwischendurch, man verpasst aber auch nichts, wenn man es nicht gelesen hat. Note: 3

2. Gerard Donovan - Winter in Maine (btb, 206 Seiten)

Der Winter in den Wäldern von Maine ist kalt und einsam. Bisher hat das Julius Winsome nicht gestört, er lebt schon lange allein, mit dreitausend Büchern und seinem treuen Gefährten, dem Pitbullterrier Hobbes. Als sein Hund eines Nachmittags offenbar absichtlich erschossen wird, bricht Julius' Welt zusammen.

Dafür ist "Winter in Maine" ein Buch, das sich unbedingt zu lesen lohnt! Toll geschrieben, eine sehr interessante Hauptfigur und eine Geschichte, die den Leser mitreißt. Dadurch, dass der Roman durchgehend in der Ich-Form erzählt wird (Was ich eigentlich nicht so gerne mag), ist die Distanz zu Julius sehr klein und es gibt keine Wertung seiner Handlungen. Note: 1


3. Jan Costin Wagner - Das Licht in einem dunklen Haus (Galiani Berlin, 306 Seiten)

Der Mord an einer ohnehin todgeweihten Frau stellt die Polizei im finnischen Turku gleich vor mehrere Rätsel: Wer dringt in ein Krankenhaus ein, um eine Komapatientin zu töten? Und was ist das für ein Mörder, der auf dem Bettlaken des Opfers eine einzige Spur hinterlässt - eine Substanz, die die Kriminaltechnik nach kurzem Zweifel als Tränenf lüssigkeit identifiziert. Eigentlich müsste Kimmo Joentaas ganze Aufmerksamkeit dem Versuch gelten, die ungewöhnliche Tat aufzuklären - aber der junge Ermittler hat gerade eine andere, für ihn viel existentiellere Sorge: Larissa, die Frau, die unvermutet wieder Licht in sein von Trauer verschattetes Leben brachte, ist spurlos verschwunden. Während der rätselhaft souveräne Täter in verschiedenen Städten weitere Opfer findet, führt Kimmo Joentaa die beharrliche Suche schließlich in ein kleines Dorf in der tiefsten finnischen Provinz - und mitten hinein in die Dunkelheit eines lange vergangenen Sommers.

Dadurch, dass wir in der Filiale keine Vertreter empfangen, sondern die Novitäten über die Zentrale bestellt werden, bekommen wir leider auch nicht so viele Leseexemplare. Wenn dann doch mal ein Buch wie dieses dabei ist, freue ich mich umso mehr. "Das Licht in einem dunklen Haus" war mein erster Roman von Jan Costin Wagner, aber sicher nicht mein Letzter. Sein trauriger Kommissar Kimmo Joentaa ist eine ungewöhnliche Figur, die Geschichte ist spannend erzählt, so soll das sein! Einziger Minuspunkt: Das Buch hätte gerne etwas länger sein dürfen. :) Note: 2

4. Benjamin v. Stuckrad-Barre - Auch Deutsche unter den Opfern (KiWi, 333 Seiten)

Deutschland ganz unten, Deutschland ganz oben – und mittendrin: Stuckrad-Barre, mit Stift, Papier und Kamera Im Jahr 2001 brachte er »Deutsches Theater« heraus, den »Fotoroman einer Gesellschaft, die nur in der Öffentlichkeit und im Rollenspiel noch zu sich selbst zu kommen vermag« (FAZ). Nun erscheint die Fortsetzung: Reportagen, Porträts, Erzählungen, Mono- und Dialoge – ein Sittengemälde unserer Zeit. Wahlkampf, Streik, Demonstrationen, Konsum, Fußball, Kino, Theater, Musik, Literatur, Mode, Stadtleben, Überlandfahrten. Politik, Kultur, Gesellschaft. Mit seinem Verfahren der teilnehmenden Beobachtung findet Stuckrad-Barre Momente der Wahrheit inmitten von Vorgängen, die genau diese verschleiern sollen. Dabei wechselt sein Blick permanent zwischen außen und innen, so dass nicht nur Erkenntnis über all die anderen Menschen, sondern auch über ihn, den Zuschauer, aufblitzt. Und so entsteht aus vielen Einzelbeobachtungen ein deutscher Klappaltar, aus vielen Texten eine Großerzählung, archäologisch blicken wir auf unsere Gegenwart: Das sind die Fragen, Personen und Orte, die uns bewegen – das sind die Bedingungen, unter denen wir leben.

Stuckrad-Barre ist merkwürdigerweise einer der wenigen Autoren, von denen ich wirklich alle Bücher gelesen habe. Ständig bräuchte ich das nicht, aber alle zwei Jahre kann ich mir seinen sehr hübschen Humor gut antun. :) Note: 2


5. Rebecca Gablé - Das zweite Königreich (Ehrenwirth, 879 Seiten)


England 1064: Ein Piratenüberfall setzt der unbeschwerten Kindheit des jungen Cædmon of Helmsby ein jähes Ende - ein Pfeil verletzt ihn so schwer, dass er zum Krüppel wird. Sein Vater schiebt ihn ab und schickt ihn in die normannische Heimat seiner Mutter. Zwei Jahre später kehrt Cædmon mit Herzog William und dessen Eroberungsheer zurück. Nach der Schlacht von Hastings und Williams Krönung gerät Cædmon in eine Schlüsselposition, die er niemals wollte: Er wird zum Mittler zwischen Eroberern und Besiegten. In dieser Rolle schafft er sich erbitterte Feinde, doch er hat das Ohr des despotischen, oft grausamen Königs. Bis zu dem Tag, an dem William erfährt, wer die normannische Dame ist, die Cædmon liebt ...

Ich mag gar nicht darüber nachdenken, wieviele Jahre dieses Buch ungelesen in meinem Regal stand. Aber wann nimmt man sich schon mal die Zeit für so ein dickes Buch? Da schafft man ja den ganzen Monat nix anderes mehr! ;-) Eigentlich lese ich auch überhaupt keine historischen Romane mehr, diese Phase hatte ich vor 5 Jahren mal. Frau Gablé schafft es aber immer sehr schön, Geschichte lebendig werden und den Leser in vergangene Zeiten eintauchen zu lassen, so dass ich ihre dicken Bücher immer noch gerne lese. Note: 2


6. Herman Koch - Angerichtet (Kiepenheuer & Witsch, 308 Seiten)

Der preisgekrönte Bestseller aus den Niederlanden erzählt ein Familiendrama, das um die Fragen kreist: Wie weit darf Elternliebe gehen? Was darf man tun, um seine Kinder zu beschützen? Zwei Ehepaare - zwei Brüder und ihre Frauen - haben sich zum Essen in einem Spitzenrestaurant verabredet. Sie müssen über ihre Söhne sprechen, Michel und Rick. Die beiden Fünfzehnjährigen haben etwas getan, was ihr Leben für immer ruinieren kann. Mit unglaublicher Raffinesse und großem Sprachwitz erzählt Herman Koch eine Geschichte von bedingungsloser Liebe, Gewalt und Verrat. Nach und nach nur werden die wahren Abgründe und Motive der Personen sichtbar, ständig wird der Leser herausgefordert, sein moralisches Urteil neu zu fällen.

Was mir an "Angerichtet" (guter, zweideutiger Titel!) am Besten gefallen hat: Am Anfang weiß man gar nicht, worum es geht. Ein Ehepaar ist mit einem anderen Paar zum Essen verabredet. Der andere Mann scheint berühmt zu sein. Ach, der andere Mann ist sein Bruder, der demnächst gerne Ministerpräsident werden möchte? Welche furchtbare Tat die beiden Söhne begangen haben, erfährt der Leser erst nach und nach, nach der Hälfte des Buches. Bis dahin fühlt man sich aber schon glänzend unterhalten. Note: 1

Montag, 1. August 2011

Nina hat im Juli gelesen...

3 sehr tolle Bücher und ein sehr doofes habe ich im Juli gelesen:

1. Christoph Peters - Mitsukos Restaurant (btb, 416 Seiten)

Solange sie sich erinnern können, sind die beiden Freunde Achim und Wolf Japan- Fans. Da entdecken sie eines Tages in einem rustikalen Vereinsheim am Mittelrhein ein japanisches Spitzenrestaurant. Und dessen geheimnisvolle Chefin Mitsuko. Eine subtil komische Geschichte über die schwärmerische Suche nach strenger Schönheit, purem Genuss und dem ganz Anderen in Gestalt einer Frau nimmt ihren Lauf …

Eigentlich verlaufe ich mich in den Bücherhallen nicht in die "Frauen/Liebesromanabteilung". Bei meinem letzten Besuch war leider kein Buch von meiner Liste vorrätig und auch sonst sprang mir nichts in die Augen. Also doch mal in besagte Abteilung, vielleicht läuft mir da ja doch etwas Lesenwertes über den Weg. Und tatsächlich! "Mitsukos Restaurant" liest sich toll, die Hauptperson Achim wächst dem Leser sehr ans Herz und nebenbei erfährt man einiges über die japanische (Tee-)kultur. Nur sollte ich den Bücherhallen mal sagen, dass sie das Buch in die falsche Abteilung gestellt haben. Eine klassische Liebesgeschichte ist es nämlich eigentlich nicht, ohne zu viel verraten zu wollen. :) Note: 2

2. Terézia Mora - Der letzte Mann auf dem Kontinent (btb, 384 Seiten)

„Der einzige Mann auf dem Kontinent“ erzählt eine Woche im Leben von Darius Kopp. Er ist Anfang vierzig, verheiratet und einziger Vertreter einer US-amerikanischen Firma für drahtlose Netzwerke. Darius sieht sich als Gewinner der neuen Zeit. Er stammt aus der DDR, war als Informatiker nach deren Zusammenbruch ein gefragter Mann und legt Wert darauf, ein zufriedener Mensch zu sein. In letzter Zeit laufen die Geschäfte allerdings mehr schlecht als recht. Eines Tages lässt ein säumiger Kunde eine Pappschachtel mit Geld in seinem Büro liegen. In der Folge versucht Darius Kopp vergeblich, einen seiner Chefs in London oder Los Angeles zu erreichen, um zu beraten, was mit dem Geld geschehen soll. Fast scheint es, als gebe es die Firma überhaupt nicht mehr. Darius Kopp leidet zunehmend unter dem Verlust seiner Sicherheiten, doch er kann dies weder sich gegenüber zugeben, noch will er Flora, seine hypersensible Frau, damit belasten. Denn Flora findet sich in ihrem Leben nur schwer zurecht. Nicht nur in seinem Beruf, muss Darius schließlich erkennen, kämpft er um das nackte Überleben, auch seine Ehe, die Liebe seines Lebens, droht vor dem Aus zu stehen.

Großartig. Mein erstes Buch von Terézia Mora, aber ganz sicher nicht das letzte. Der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig, man liest quasi einen ewigen Gedankenstrom von Darius Kopp. Wenn man sich daran gewöhnt hat, macht das Lesen aber sehr viel Spaß. Darius ist ein Meister der Prokastrination, lenkt sich mit Cappuccino mit Extrazucker von der Arbeit ab und dehnt seine Mittagspausen, in denen er sich mit Kunden oder Freunden trifft, gerne etwas aus. Den letzten Monat hat er eigentlich gar nicht gearbeitet, sondern mit seinem Kumpel Juri den Sommer und das Leben genossen. Merkt ja keiner! Wer würde sich darin nicht wieder erkennen? Note: 1

3. Sebastian Fitzek - Der Augensammler (Knaur, 464 Seiten)

Erst tötet er die Mutter, dann verschleppt er das Kind und gibt dem Vater 45 Stunden Zeit für die Suche. Das ist seine Methode. Nach Ablauf der Frist stirbt das Opfer in seinem Versteck. Doch damit ist das Grauen nicht vorbei: Den aufgefundenen Leichen fehlt jeweils das linke Auge. Bislang hat der »Augensammler« keine brauchbare Spur hinterlassen. Da meldet sich eine mysteriöse Zeugin: Alina Gregoriev, eine blinde Physiotherapeutin, die behauptet, durch bloße Körperberührungen in die Vergangenheit ihrer Patienten sehen zu können. Und gestern habe sie womöglich den Augensammler behandelt …

Mein erstes Buch von Sebastian Fitzek und ganz sicher mein letztes. Mei, was für ein Schmarrn. Hätte meine Kollegin es nicht empfohlen und geliehen, wäre ich eh nicht auf die Idee gekommen, es zu lesen. Die immer wieder billig erzeugte Spannung a la "Sie ahnte noch nicht, dass sie diesen Fehler bald bereuen sollte..." hat mich irgendwann so genervt, dass ich nicht mal mehr das Ende spannend fand. Dazu die blinde Zeugin mit ihren übersinnlichen Fähigkeiten, der überflüssige One Night Stand mit der männlichen Hauptperson, och nö! Hätte ich nicht einen Großteil während der Arbeit gelesen *hust*, würde ich mich über die verschenkte Lebenszeit ärgern. Note: 5

4. Jussi Adler Olsen - Erlösung (dtv, 587 Seiten)

Der Hilfeschrei im Inneren einer verwitterten Flaschenpost blieb jahrelang unentdeckt. Dann landet die Botschaft im Sonderdezernat Q für unaufgeklärte Fälle. Ihre mühsame Entzifferung führt Carl Mørck und seinen Assistenten Assad auf die Spur eines entsetzlichen Verbrechens: Der Hilfeschrei, mit menschlichem Blut geschrieben, ist offenbar das letzte Lebenszeichen zweier Jungen, die Jahre zuvor entführt worden waren. Doch wer sind diese Jungen? Warum haben ihre Eltern nie eine Vermisstenanzeige aufgegeben? Sind sie womöglich noch am Leben? Bald steht fest: der Täter läuft noch immer frei herum …

Der dritte Band der Reihe um Carl Mørck und seine beide Assistenten Assad und Rose war wieder sehr spannend und fesselnd. Neben dem Fall, der dieses Mal im Umfeld diverser dänischer Sekten spielt, lebt das Buch von den etwas merkwürdigen, aber sehr liebenswerten Charakteren. Die recht schnodderig geschriebenem Carl Mørck Kapitel sind vom Stil her manchmal ein bißchen nervig, das mag aber auch an der Übersetzung liegen. Assad wirft nach wie vor Rätsel auf und Rose wird zwischendurch von ihrer "Schwester" Yrsa vertreten. Ich bin gespannt und freue mich auf den vierten Band, wann auch immer er erscheinen wird.... Note: 2+

Montag, 18. Juli 2011

Das verstehe ich nicht.

Vorletzten Sonntag bei der Arbeit:
"Haben Sie die "News of the World?"
"Nein, haben wir nicht. Am Hauptbahnhof bekommen Sie die aber."
"Dann ist ja gut. Da erscheint ja heute die letzte Ausgabe, die MUSS man ja haben!"

Das verstehe ich nicht. Wieso MUSS ich die letzte Ausgabe einer englischen Sonntagszeitung haben, die ich wahrscheinlich noch nie in meinem Leben gelesen und von deren Existenz ich wahrscheinlich erst vor kurzem erfahren habe? Weil darüber diskutiert wird? Damit ich die Zeitung beim nächsten Dinner mit Freunden hervor holen und mich für die super Idee, die letzte, die allerletzte Ausgabe der Zeitung gekauft zu haben, beneiden lassen kann?
Am Inhalt kann es meiner Meinung nach nicht liegen, denn die "News of the World" ist für einen Deutschen wahrscheinlich ähnlich interessant wie die "Bild am Sonntag" für einen Engländer.
Vielleicht tue ich den Käufern auch Unrecht.
Vielleicht denke ich aber auch darüber nach, ob man eine Zeitung, die sich so höchst fragwürdigen Praktiken wie dem Hacken und Abhören von Mobiltelefonen bedient hat, durch den Kauf unterstützen sollte.

Bis März dieses Jahres haben wir die "News of the World" übrigens tatsächlich verkauft. Bzw nicht verkauft, denn da wir das EINE gelieferte Exemplar öfter remittiert als verkauft haben, wurde sie bei uns aus dem Sortiment gestrichen. :)

Donnerstag, 7. Juli 2011

Horses in my dreams

Nein, Pferde sind es nicht, es sind S-Bahnen!
Was schreibt die verwirrte Frau da?
Ich liebe meine Träume. Sie sind völlig unspektakulär und sehr realistisch. Vor kurzem fiel mir auf, dass sich etwas geändert hat. Fast jede Nacht fahre ich im Traum mit der Hamburger S-Bahn. :)
Das ist insofern kein Wunder, wenn man überlegt, dass ich das seit 4,5 Jahren im wachen Zustand täglich mache. Interessant finde ich aber, dass ich in Hamburg anscheinend so sehr angekommen bin, dass meine Träume nun auch in der Stadt spielen. Das gefällt mir!

Sonntag, 3. Juli 2011

Und noch mehr Bücher...

Edgar Rai - Nächsten Sommer (Aufbau, 236 Seiten)

Und am Ende der Straße steht ein Haus am Meer. Was ist das Leben? Eine Wundertüte? Eine Losbude mit zu vielen Nieten? Kleines Drama oder großes Kino? – Ein wunderbar sehnsuchtsvolles und witziges Roadmovie, das den Sommer, die Freiheit und die Liebe atmet.

Genau die richtige Mischung aus Leichtigkeit und Melancholie, die ich so mag. Ich habe das Buch sehr gerne und am perfekten Ort gelesen (Im strahlenden Sonnenschein an meinem Lieblingsplatz an der Elbe). Note: 1

Ingrid Hedström - Die toten Mädchen von Villette (Suhrkamp 402 Seiten)


Villette, Belgien, 24. Juni 1994: Drei junge Mädchen stöckeln nachts von der Johannisprozession durch den Wald in ihr Heimatdorf zurück. Kurze Zeit später werden die jungen Frauen tot aufgefunden. Ein junger Mann aus der Gegend hatte die Teenager in seinem Wagen mitgenommen. Was nach einem einfachen Fall für die junge Ermittlungsrichterin Martine Poirot aussieht, entwickelt sich bald zur gefährlichen Suche nach einem Serienmörder, die zurückführt in die Zeit der Kollaboration, zu der dunklen Geschichte zweier junger Widerstandskämpferinnen, Renée und Simone, und Poirot mit einem dunklen Kapitel ihrer eigenen Familiengeschichte konfrontiert, denn Renée war Poirots Mutter...


Das Buch fing spannend an und las sich ingesamt sehr gut. Allerdings ist mir etwas passiert, was sonst beim Krimi lesen nie passiert: Ich bin von alleine auf den Mörder gekommen. Danach hat es nur noch halb so viel Spaß gemacht... Note: 3

Gisa Klönne - Der Wald ist Schweigen
(Ullstein, 400 Seiten)
Gisa Klönne - Unter dem Eis (Ullstein, 368 Seiten)
Gisa Klönne - Nacht ohne Schatten (Ullstein, 384 Seiten)
Gisa Klönne - Farben der Schuld (Ullstein, 384 Seiten)

Nachdem ich die Krimireihe um die Kommissarin Judith Krieger gelesen habe, verstehe ich endgültig, warum solche Serien so beliebt sind. Genau wie bei Nele Neuhaus sind die Kriminalfälle nicht wahnsinnig raffiniert, nach und nach wachsen einem die Hauptpersonen aber so sehr ans Herz, dass man ein Buch nach dem anderen lesen möchte. Der fünfte Band erscheint im Herbst, ich freu mich schon drauf!


Siri Hustvedt - Der Sommer ohne Männer (Rowohlt, 304 Seiten)

«Eine Weile nachdem er das Wort Pause ausgesprochen hatte, drehte ich durch und landete im Krankenhaus. Die Pause war eine Französin. Natürlich war sie jung, und ich vermute, dass Boris schon lange scharf auf seine Kollegin gewesen war, bevor er sich auf ihre signifikanten. Bereiche stürzte ...»


Siri Hustvedts gehört seit "Was ich liebte" zu meinen Lieblingsautorinnen. Mit ihrem neuen Buch konnte ich nicht so viel anfangen. Es war schön zu lesen, klar. Vielleicht bin ich auch einfach zu jung um mich in eine 55-jährige Frau und ihre Eheprobleme einzufühlen.. ;-) Note: 3

Helge Schneider - Bonbon aus Wurst - Mein Leben (Kiwi, 160 Seiten)

"Da nicht nur Hartmut Beck von der SPD Rheinland-Württemberg seine Memoiren noch einmal verändert hat, habe auch ich mich entschlossen, meinen Lebenslauf noch einmal zu überdenken. Ich habe 1992 bereits handgeschriebene Erinnerungen vorgelegt, die aber aufgrund meines damaligen Zeitmangels und meiner Beschränktheiten zum größten Teil auf erfundenen Lügenmärchen basierten. Jetzt ist es an der Zeit aufzuräumen. "

Der totale Scheiß, natürlich. Aber wer Helge Schneider mag, wird auch dieses Buch lieben. Ich fands großartig. :)

Samstag, 2. Juli 2011

In den Monaten davor wurde auch gelesen...

...und zwar:

Martin Suter - Allmen und die Libellen (Diogenes, 194 Seiten)

Allmen, eleganter Lebemann und Feingeist, ist über die Jahre finanziell in die Bredouille geraten. Fünf zauberhafte Jugendstil-Schalen bringen ihn und sein Faktotum Carlos auf eine Geschäftsidee: eine Firma für die Wiederbeschaffung von schönen Dingen. Die Geburt eines ungewöhnlichen Ermittlerduos und der Start einer wunderbaren Krimiserie.

Sehr schön altmodisch und sehr schön typisch Martin Suter. Ich freue mich auf die nächsten Bände! Note: 1


Tom Rachman - Die Unperfekten (dtv, 400 Seiten)

Was, wenn ein Zeitungserbe seinem Basset mehr Interesse entgegenbringt als dem Schicksal seines Blattes? Was wird aus der unglückseligen Ruby (alleinstehend, immer auf der Suche nach dem Mann fürs Leben)? Aus Ed, der gefeuert wird und sich an der zuständigen Sachbearbeiterin (alleinerziehend, drei Kinder und keine Zeit für die Liebe) rächt? Aus der Chefredakteurin Kathleen (verheiratet mit einem Weichei und verliebt in einen anderen)? Und aus Lloyd, der, einsam wie ein Straßenhund, aus Not eine Story erfindet und auffliegt?

Großartig und unbedingt empfehlenswert! Note: 1


Alex Capus - Léon und Luise (Hanser, 320 Seiten)

Es ist die große Liebe: Léon und Louise begegnen sich an der Atlantikküste im Ersten Weltkrieg, doch dann reißt ein Fliegerangriff die beiden auseinander. Sie halten sich für tot. Léon heiratet, doch Louise, von leidenschaftlichem Temperament, geht ihren eigenen Weg - bis sie sich 1928 zufällig in der Pariser Métro wiederbegegnen. Der Beginn einer hinreißenden Dreiecks-Geschichte, die den Widrigkeiten des Lebens mit Aufrichtigkeit, Humor und Beharrlichkeit standhält.

Eine sehr schöne unkitschige Liebesgeschichte. Von dieser Art dürfte es gerne mehr geben, bitte! Note: 2+


Peter Stamm - Sieben Jahre (btb, 297 Seiten)

Sonja ist schön und intelligent und lebt mit Alex. Eine vorbildliche Ehe, er müsste glücklich sein. Aber wann ist die Liebe schon einfach? Und wie funktioniert das Glück? Iwona wäre neben Sonja fast unsichtbar, sie ist spröde und grau. Aber Alex fühlt sich lebendig bei ihr und weiß nicht, warum. Sie liebt ihn. Er trifft sie immer wieder, und als sie von ihm schwanger wird und das Kind kriegt, das Sonja sich wünscht, setzt er alles aufs Spiel.

Mir fällt gerade auf, dass ich mich nicht erinnere, wie das Buch endete. Ich weiß aber noch, dass es mir gut gefallen hat und ich noch mehr Bücher von Peter Stamm lesen wollte. ;-)


Nele Neuhaus - Mordsfreunde (List, 400 Seiten)


Ein Tierpfleger des Opel-Zoos im Taunus macht eine grausige Entdeckung: im Elefantengehege liegt eine menschliche Hand. Die dazu gehörige Leiche finden Kommissar Oliver von Bodenstein und seine Kollegin Pia Kirchhoff von der Hofheimer Kripo in einer frisch gemähten Wiese gegenüber dem Zoogelände. Der Tote war ein Lehrer und vehementer Umweltschützer, der wegen seines Charismas von vielen Schülern glühend verehrt wurde - und von einigen Einwohnern der Stadt ebenso sehr gehasst. Doch liegt hier das Motiv für einen Mord?

In den ersten Büchern von Nele Neuhaus gibt es einfach viel zu viele Personen und Verwicklungen, so dass man leicht den Überblick verliert. Im 4. und 5. Band wird es etwas besser, immerhin. Aber hey, gute, leichte Unterhaltung! Note: 3+


Christoph Twickel - Gentrifidingsbums oder eine Stadt für alle (Edition Nautilus, 128 Seiten)


Wenn draußen nur noch das leise Raspeln von Rollkoffern auf dem Pflaster zu hören ist, wo sich früher die Nachbarn mit der Hupe rausgeklingelt haben; wenn das Bauschild vor dem Apartment-Rohbau das Viertel als »bunt und frech« anpreist; wenn die Suche nach einem WG-Zimmer zur Castingshow wird; wenn die Ballonseidenanzug-Träger an den Stadtrand ziehen; wenn der türkische Elektrohöker einem Flagshipstore weicht und selbst nachts um halb zwei noch Leute mit aufgeklapptem Macbook in der Bar sitzen: Dann ist es allerhöchste Zeit, sich Gedanken zum Thema Gentrifizierung zu machen.

Gentrifizierung ist in Hamburg an allen Ecken zu beobachten und man ist ständig hin und hergerissen. Ja, ich habe mich tatsächlich darüber gefreut, dass das hässliche Frappantgebäude abgerissen wird und IKEA mitten in Altona baut. Die Neue Große Bergstraße ist ein hässliches Pflaster. Aber was passiert, wenn IKEA da ist und Applestores und Co nach sich zieht? Die Mieten werden steigen und der letzte zentrale Stadtteil mit humanen Mieten wird für viele alteingesessene Bewohner unbezahlbar werden. Gentrifizierung Olé Olé!
Ein sehr interessantes Buch, das aber leider zeigt, dass gegen Gentrifizierung eigentlich kein Kraut gewachsen ist.


Tino Hanekamp - Sowas von da (Kiepenheuer & Witsch, 288 Seiten)

Hamburg, St. Pauli, 31.12. Auf dem Kiez beginnt die irrste Nacht des Jahres. Nur Oskar Wrobel würde lieber liegen bleiben. Geht aber nicht. Weil ihm gleich sein Leben um die Ohren fliegt. Doch es kommt noch schlimmer ... Oskar Wrobel betreibt einen Musikclub in einem alten Krankenhaus am Ende der Reeperbahn. Seine Freunde sind seltsam, aber großartig. Die Mädchen mögen ihn. Sein Leben ist ein Fest. Doch jetzt sieht es aus, als ob es zu Ende wäre. Denn während in den Straßen von St. Pauli die Böller explodieren, laufen die Vorbereitungen für die große Abrissparty. Oskar hat Schulden und keine Ahnung, was aus ihm werden soll. Zum Glück bleibt ihm kaum Zeit, darüber nachzudenken, denn ein verzweifelter Ex-Zuhälter stürmt seine Wohnung, sein bester Freund zerbricht am Ruhm, die lebenslustige Nina malt alles schwarz an, im Club geht's drunter und drüber, und dann sind da noch der tote Elvis, die Innensenatorin und - Mathilda, Mathilda, Mathilda. Während der Held der Geschichte versucht, auf den Beinen zu bleiben, stellt er sich folgende Fragen: Was soll das? Warum? Und wie wird man ein guter Mensch?

Eines meiner Highlights des Jahres! Es passiert eigentlich viel zu viel, es ist alles völlig absurd, aber einfach nur großartig. Oder, um Heinz Strunk zu zitieren: "So sollte jede Party sein. Ich wäre dabei." Note: 1


So, das war erstmal Teil 1. Es ist wirklich eine ganz schlechte Idee, die gelesenen Bücher so lange aufzuschieben, bis man sich nur noch daran erinnert, ob sie gut oder schlecht waren. Ich werde mir wieder mehr Mühe geben, versprochen. :)

Freitag, 1. Juli 2011

Nina hat im Juni gelesen...

Ja, sie lebt und liest noch! Sie war nur zu faul in den letzten Monaten, gelobt aber Besserung!

1. Jean-Philippe Toussaint - Das Badezimmer (btb, 128 Seiten)

Ein junger Mann trifft einen folgenreichen Entschluss: Ab jetzt will er sein Leben nur noch in der Badewanne verbringen. Dort liest er Bücher, geht seinen Gedanken nach. Und registriert interessiert, was um ihn herum passiert. Eines Tages reist er überstürzt nach Venedig, was der Beziehung zu seiner Frau aber auch nicht hilft. Also kehrt er wieder zurück. Oder hat er die Badewanne nie verlassen …

Nachdem ich in der letzten Zeit fast ausschließlich Krimis und eher leichtere Unterhaltung gelesen habe, tat ein Buch aus der Kategorie "eher anspruchsvoll" mal wieder sehr gut. Schöne Sprache, eine etwas schräge Geschichte und feiner Humor. Note: 2+


2. Jean-Philippe Toussaint - Sich lieben (btb, 160 Seiten)

Ein Paar in Tokio, ein anonymes Hotelhochhaus in der schlafenden Stadt. Sie wollen sich trennen. Er, der namenlose Erzähler, der stets ein Fläschchen mit Salzsäure bei sich trägt. Sie, die ewig weinende Marie, erfolgreiche französische Modeschöpferin, die in Tokio eine Ausstellung vorbereitet. Sie lieben sich zum letzten Mal. Wirklich das letzte Mal? Es braucht Zeit, um den Menschen nicht mehr zu lieben, den man nicht mehr liebt …

Da mir "Das Badezimmer" so gut gefallen hat, bin ich gleich bei dem Autor geblieben - den Bücherhallen sei Dank! :) "Sich lieben" ist um einiges trauriger und deprimierender als das "Badezimmer", aber alles andere wäre bei dem Thema auch Fehl am Platz. Höchst interessant fand ich das Fläschen mit Salzsäure, das der Erzähler immer bei sich trägt. Es taucht immer wieder kurz auf und - so viel sei verraten - wird am Ende auch noch benutzt... Note: 2+

3. Jean-Philipe Toussaint - Fliehen (btb, 176 Seiten)

Marie und der namenlose Erzähler haben in Toussaints letztem Roman „Sich lieben“ versucht, sich zu trennen. Nun sucht er sein Heil in der Fremde und reist nach Shanghai, wo er sich in amouröse Verwicklungen verstrickt – kann er vor seiner Liebe, vor Marie fliehen? Ein einziger Anruf wird alles ändern …

"Fliehen" ist der zweite Band der Trilogie um Marie und den namenlosen Erzähler und hat mir leider nicht mehr ganz so gut gefallen wie die beiden vorherigen Bücher des Autors. Die Reise nach China war recht merkwürdig, der Schreibstil des Autors aber immer noch toll. Wen ich den dritten Band (Die Wahrheit über Marie) mal in den Bücherhallen ergattern kann, werde ich ihn sicher mitnehmen. Ansonsten habe ich erstmal genug Toussaint gelesen. :) Note: 3

4. Julia Albrecht / Corinnna Ponto - Patentöchter: Im Schatten der RAF - ein Dialog (Kiepenheuer & Witsch, 240 Seiten)


Ein bewegendes Buch aus der Sicht von zwei Frauen, deren Familien einst eng miteinander verbunden waren und die durch den Mord an Jürgen Ponto auseinandergerissen worden sind. Die Autorinnen werfen einen neuen Blick auf die - bis heute hauptsächlich von Außenstehenden gedeutete - Geschichte der RAF, die Rolle der Täter und die Wunden, die ihre Taten geschlagen haben. 30. Juli 1977: Jürgen Ponto empfängt Susanne Albrecht, die Tochter seines Jugendfreundes Hans-Christian Albrecht, in seinem Haus in Oberursel. Ihre Begleiter Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar schießen auf Jürgen Ponto. Corinna, seine Tochter, ist zu diesem Zeitpunkt zwanzig Jahre alt, Julia, Susannes Schwester, dreizehn Jahre. Nach dem Mord war das Band zwischen den Familien durchschnitten. 30 Jahre danach nimmt Julia Albrecht - die Patentochter von Jürgen Ponto - Kontakt auf zu Corinna Ponto - der Patentochter von Hans-Christian Albrecht. Ein Briefwechsel entspinnt sich, eine erste Begegnung findet statt. Im Mittelpunkt ihres Buches stehen die Geschichte der RAF und der Umgang damit, die Fragen nach Schuld und den Hintergründen der Täterschaft, nach den Möglichkeiten von Aufarbeitung und Versöhnung. Und beide Frauen tauschen sich darüber aus, wie man mit den eigenen Kindern über diesen Teil der deutschen Geschichte spricht, der doch auch Teil der Geschichte ihrer Familien ist. - Täter und Opfer der RAF - der erste Dialog von Angehörigen beider Seiten.

Alle Bücher, die ich bisher zum Thema RAF gelesen habe, befassten sich ausschließlich mit den Tätern. Hier kommen nun die Familien der Opfer zu Wort. Corinna Ponto und Julia Albrecht erzählen, wie der Mord an Corinnas Vater ihr Leben verändert haben und wie sie gelernt haben mit den Folgen zu leben. Sehr lesenswert! Note: 1

5. Nele Neuhaus - Wer Wind sät (Ullstein, 560 Seiten)

Ein Nachtwächter stürzt zu Tode. Ein Grundstück im Taunus, das plötzlich zwei Millionen Euro wert ist, kostet einen alten Mann das Leben. Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein ermitteln im Kreise von Verdächtigen, die alle vorgeblich für eine gute Sache kämpfen. Doch jeder von ihnen hat sein eigenes Motiv - nichts ist, wie es scheint. Bis die Lügengebäude einstürzen. Rachsucht und Gier offenbar werden. Liebe in Hass umschlägt und Menschen büßen müssen.

So, endlich mal wieder ein Krimi zum Weglesen. Wahnsinnig raffiniert sind Nele Neuhaus Geschichten eigentlich nicht, es gibt auch wieder sehr viele handelnde Personen. Insgesamt habe ich mich aber gut unterhalten gefühlt und mehr erwarte ich von einem Krimi gar nicht. Note: 2


6. Tana French - Totengleich (Fischer, 783 Seiten)

Als die junge Polizistin Cassie Maddox in ein verfallenes Cottage außerhalb von Dublin gerufen wird, schaut sie ins Gesicht des Todes wie in einen Spiegel: Die Ermordete gleicht ihr bis aufs Haar. Wer ist diese Frau? Wer hat sie niedergestochen? Und hätte eigentlich Cassie selbst sterben sollen? Keine Spuren und Hinweise sind zu finden, und bald bleibt nur eine Möglichkeit: Cassie Maddox muss in die Haut der Toten schlüpfen, um den Mörder zu finden. Ein ungeheuerliches Spiel beginnt.

Am Anfang kam ich nicht so richtig in das Buch rein und war aufgrund der Seitenzahl schon drauf und dran, es abzubrechen, habe es aber zum Glück nicht getan. Nachdem Cassie in die Rolle von Lexie geschlüpft und zu deren Mitbewohnern gezogen ist, wird es mehr oder weniger spannend. Die Story ist natürlich höchst unrealistisch und ein Krimi ist das Buch eigentlich auch nicht. Insgesamt hätten dem Buch ca. 200 Seiten weniger ganz gut getan, empfehlenswert ist aber auf jeden Fall. Note: 2

Abgebrochen habe ich: Jan Wallentin - Strindbergs Stern (S. Fischer, 512 Seiten)

In der verlassenen und gefluteten Mine von Falun findet ein schwedischer Taucher ein geheimnisvolles Artefakt, ein kunstvoll gefertigtes Kreuz. Kurze Zeit später wird er tot aufgefunden und es beginnt eine atemlose Jagd nach dem Kreuz durch ganz Europa.Die Spur führt zurück zu einer mysteriösen Polarexpedition im Jahr 1897, zur Verschwörung einer Sekte und reicht bis in die Gegenwart. Die Jagd hat nur ein Ziel: Dem rätselhaften Kreuz seine magischen Kräfte zu entlocken ...

Ähm ja, was mich geritten hat, dieses Buch auszuleihen wird wohl immer unklar bleiben. Ebenso was es mit dem merkwürdigen Kreuz auf sich hat. Und es ist mir so egal!






Samstag, 30. April 2011

30 Day Song Challenge - Day 30

Your favorite song at this time last year

Das neue Album eines Künstlers oder einer Band, die man über alles liebt, deren Musik einen durchs Leben begleitet und man sich einfach nicht vorstellen kann, ohne sie zu sein, zum ersten Mal zu hören, ist ja immer etwas ganz besonderes. Vor fast genau einem Jahr erschien das zweite Album von Gisbert zu Knyphausen "Hurra! Hurra! So nicht", Meine Erwartungen waren groß und ebenso die Angst, enttäuscht zu werden. Sie wurden nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil. Beide Alben gehören zu denen, die ich in meinem Leben am häufigsten gehört habe, last.fm kann das bestätigen. Ich erinnere mich genau an das erste Mal, als ich "Morsches Holz" zum ersten Mal auf CD gehört habe. Dieser Text, die Musik, wie Gisbert sich langsam in Rage singt und die Gänsehaut, die mich dabei überkam. Unbeschreiblich und doch wiederholt es sich jedes Mal wenn ich dieses Lied höre.
Wenn ich für den Rest meines Lebens nur noch fünf Lieder hören dürfte, dieses gehörte dazu.



Ich glaub ich weiß, was du jetzt sagen willst
Sag es lieber nicht
Diese Träume waren nicht groß genug
Doch was dir fehlte ist unterm Strich
Nur ein lachendes Gesicht
Auf der anderen Seite dieses Spiegels
Ein bisschen Stolz auf deinen Schultern,
Denn das steht dir gut
Das seltsame Gefühl,
Dass all dein Glück nicht unverdient ist
Der alte Glanz in deinen Augen und ein bisschen Mut

In diesem Kopf ist kein Platz mehr
In diesem Kopf ist kein Platz mehr für all deinen Mut
Ich tausche meine Bibel gegen ein Stückchen morsches Holz
Jemand Interesse?
Ich tausche mein gutes Benehmen gegen dieses
alte Polaroid von dir
mit dem rosafarbenen Teufelskostüm drauf
Ich tausche meine blauen Flecken gegen
Geld, Sex, Drogen und das Versprechen,
dass wir nie wieder zurückkommen hier her, nie mehr
Ich tausche alles, was ich bin und war
Gegen ein Leben ohne Angst vor der nächsten Telefonrechnung, dem Zahnarzt, der Liebe oder dem Tod

In diesem Kopf ist kein Platz mehr
In diesem Kopf ist kein Platz mehr für all euren Mut
Großkotziger Computer, bitte verschone mich
Ich möchte meinen Schatten wieder sehen
Nicht nur das, was mir gefällt
Einen Mausklick weiter
Und ihr, ihr großen schwarzen Löcher,
Interstelaren Müllkippen,
Ich vertraue euch alles an
Meine Netzwerke haben die Sehnsüchte
Mein Mobiltelefon, die gesammelten Geschichtsbücher, Diskettenkarussel meiner Ängste
Dass sich seit 30 Jahren dreht
Und mich nicht aussteigen lässt,
Doch dafür blinkt es sehr schön
Und diese Wörter, die tausenden von Wörtern setzen Meilen, die in meinem Kopf rumschwirren
Und mich müde machen
Außerdem wuchern Leuchtreklamen aus meinen Kopfhörern während dem Fahrradfahren
Aus den Mündern meiner Mitmenschen,
Aus den Liedern meiner Helden und
Aus den vielen Büchern, Filmen,
Die ich gelesen und gesehen hab
Und wenn ich mich doch an eine Hand voll erinnern kann
Ich vertrau sie euch an

In diesem Kopf ist kein Platz mehr
Ich vertrau sie euch alle an
In diesem Kopf ist kein Platz mehr für all diesen Müll


Freitag, 29. April 2011

30 Day Song Challenge - Day 29

A song from your childhood

Eigentlich habe ich immer gedacht, ich habe als Kind gar nicht so viel Fern gesehen. Bei dem Thema sind mir aber als allererstes die Lieder aus zwei Lieblingsserien meiner Kindheit eingefallen. :)
Pippi Langstrumpf und Heidi! Ich habe mich für das Heidi Lied entschieden, weil ich mich so gerne daran erinnere, wie ich mit meiner besten Freundin im Garten geschaukelt und dabei inbrünstig dieses Lied gesungen habe. :)


Heidi Theme Song von Clipfish


Donnerstag, 28. April 2011

30 Day Song Challenge - Day 28

A song that makes you feel guilty

Jupiter Jones - Wir sind ja schließlich nicht Metallica


Mittwoch, 27. April 2011

30 Day Song Challenge - Day 27

Da die Instrumentengeschichte nicht so meins ist, werde ich das heutige Thema (A song that you wish you could play) wieder ignorieren.
Stattdessen möchte ich die wunderbare Maike Rosa Vogel hypen, deren neues Album "Unvollkommen" mich zurzeit verzaubert. Ich liebe ihre Stimme und ihre Texte und freue mich schon sehr auf ihr Konzert im Juni.
Das folgende Lied ist von ihrem ersten Album "Golden". Bitte gut finden! :)


Dienstag, 26. April 2011

30 Day Song Challenge - Day 26

Das heutige Thema (A song that you can play on an instrument) wird einfach mal komplett ignoriert. Ich habe als Kind zwar Saxophon gelernt, hatte aber nie Bock zu üben und war dementsprechnend schlecht. Deswegen behaupte ich, dass ich kein einziges Lied auf keinem Instrument spielen kann.
Stattdessen gibt es hier heute einfach ein unfassbar tolles Video.
In einem Interview mit dem Süddeutsche Zeitung Magazin erzählte der Sänger Damian Kulash, dass sie für das Video 89 Versuche gebraucht und den kompletten Durchlauf nur dreimal geschafft haben.
Bitte schön, viel Spaß!


Montag, 25. April 2011

30 Day Song Challenge - Day 25

A song that makes you laugh

Auch wenn ich seine Musik eigentlich gar nicht mehr höre, verbinde ich doch viele gut Erinnerungen mit Olli Schulz und seinen Liedern. Das folgende Video hat er auf Tour vor dem Konzert gespielt und kommentiert. Der Headliner dieses Countryfestivals war damals übrigens Harry aus Big Brother, kennt den noch jemand? :)



Und dann gibt es ja noch das Video, in dem ich ganz kurz zu sehen bin. :)


Olli Schulz -- Mach den Bibo - MyVideo

Sonntag, 24. April 2011

30 Day Song Challenge - Day 24

A song that you want to play at your funeral

Auch darüber habe ich mir natürlich schon vor Jahren Gedanken gemacht und mich für folgende drei Lieder entschieden:

Kettcar - Landungsbrücken raus
Johnny Cash - Hurt
Tori Amos - Bells for her

Die beiden ersten songs gab es hier ja schon zu hören. Und nun das dritte:



Samstag, 23. April 2011

30 Day Song Challenge - Day 23

A song that you want to play at your wedding

Ha! Die Antwort darauf wusste ich schon, als ich noch gar nicht wusste, dass ich mal heiraten würde. :) Vor Jahren, als ich selber noch regelmäßiger Leser der Musikzeitschrift Visions war, las ich dort einen Leserbrief. Der Autor des Briefes erzählte davon, wie die Visions seinen Musikgeschmack geprägt hatte. Unter anderem schrieb er, dass auf seiner Hochzeit "To Russia my homeland" von ... And you will know us by the trail of dead gespielt wurde und dass er diese Band ohne die Visions wohl nicht so kennen und lieben gelernt hätte.
Das geht mir ganz genauso und deswegen möchte ich auf meiner Hochzeit (Wann auch immer sie stattfinden wird..) zu diesem Lied tanzen:

...And you will know us by the trail of dead - To Russia my homeland

To Russia My Homeland from André Chocron on Vimeo.


Freitag, 22. April 2011

30 Day Song Challenge - Day 22

A song that you listen to when you’re sad

Traurige Musik habe ich ja genügend. :) Eines meiner liebsten traurig-schönen Lieder ist dieses: